Geschichte:
Wann und von wem die Wasserburg Holzheim gegründet wurde, ist unklar. Vermutlich handelt es sich um eine Burg der Herren von dem Bongart, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Holzheim über weitere Burgen (Bongart und Bovenberg) verfügten. 1383 befand sich Holzheim im Besitz des Arnold von dem Bongart, genannt Holzheim. 1425 wird Holzheim als Lehen in der Hand des Johann von Ryne erwähnt und 1429 überlässt Johann von Schönrode seinen Anteil an der Burg zu Holzheim seinem Schwager Frambach von Birgel. Offenbar befand sich die Anlage zu diesem Zeitpunkt im Besitz einer Ganerbschaft. 1438 wird Wilhelm von Linzenich als Inhaber des Lehens Holzheim genannt. Dessen Tochter bringt den Besitz ihrem Gatten, Johann von Schönrode, zu. Durch Kauf gelangt Holzheim 1470 an die von Lülsdorf. Zu Beginn des 17. Jahrhundert bildete der Adelssitz einen Teil der Mitgift der Anna von Lülsdorf, die sich mit Johann von Wittenhorst vermählt hatte. Als Besitzer folgten 1626 die von Cortenbach und die von Leerodt. Durch Heirat gelangt der Rittersitz 1783 an den Freiherrn Reinhard Sigmund von dem Bongart zu Paffendorf, dessen Schwiegersöhne Holzheim 1818 verkaufen. Es folgen als Eigentümer die Familien Mayntz, Rüssel, Stassen und Ende des 19. Jahrhunderts schließlich Richard Schleicher aus Schönthal bei Langerwehe. (Gabriele Rustemeyer)
Bauentwicklung:
Wie zur Entstehung der Burg, so fehlen nach bisherigem Kenntnisstand auch zuverlässige Informationen zur baulichen Entwicklung des Adelssitzes, dessen Baubestand vornehmlich in das 15. bis 17. Jahrhundert zurückreicht. Zu den ältesten noch erhaltenen Bauteilen gehört sehr wahrscheinlich das querrechteckige Hauptgebäude, das offensichtlich ins 15. Jahrhundert datiert. In die gleiche Zeit könnte die noch erhaltene, das Herrenhaus umgebende Ringmauer mit ihren Flankentürmen zu setzen sein. Der Torturm der Nordfront entstand wahrscheinlich im 17. Jahrhundert. Ein Hinweis auf seine Entstehung bietet das Doppelwappen Wittenhorst/Lülsdorf mit der Jahreszahl 1617. Der Oberbau mit Eisenankerinschrift "Burg Holzheim A.D. 1122" ist modern. An die Stelle der spätmittelalterlichen Kreuzsprossen-Fenster bzw. der quergeteilten Fenster des Hauptgebäudes traten im 18. oder 19. Jahrhundert Rechteck- und Stichbogenfenster. (Gabriele Rustemeyer)
Baubeschreibung:
Beidem Adelssitz Haus Holzheim handelt es sich um eine ehemalige Wasserburg, deren Gräben jedoch zugeschüttet worden sind. Zugang zum geräumigen Innenhof gewährt der an der Nordseite befindliche Treppenturm des 17. Jahrhunderts, der im oberen Teil modern überformt wurde. Die westlichen Teile der Nordfront und die Westfront nehmen schlichte Bruchsteinbauten des 17. und 18. Jahrhunderts ein. Ursprünglich handelte es sich offenbar um eine auf zwei Inseln gelegene Anlage, die in Vor- und Hauptburg geschieden war. Der die Vorburg von dem Hauptgebäude trennende Graben existiert nicht mehr. Das querrechteckige Hauptgebäude datiert vermutlich in das 15. Jahrhundert. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Bruchsteinbau über einem hohen Kellergeschoss. Über dem Portal befindet sich das Wappen der Familie Schleicher, die Ende des 19. Jahrhunderts Holzheim besaß. Unter dem Dachgesims befinden sichh an der Hoffront und an den Schmalseiten vereinzelte Steinkonsolen, die an den Gebäudeecken dicher gestellt sind und evtl. zu einem auskragenden Wehrgang oder zu kleinen Ecktürmchen gehören könnten. An der Südseite wird das Herrenhaus von einer Ringmauer umgeben, die vereinzelt Schießscharten aufweist und an den Ecken mit einflachen kleinen Mauertürmen versehen ist. In der Mitte befindet sich ein weiterer runder Flankenturm, der zu einem Gartenhäuschen umgebaut wurde. (Gabriele Rustemeyer)