Geschichte:
Die Herren von Hutten wurden spätestens um 1300 in Altengronau ansässig, ältere Ansitze bestanden angeblich auf dem "Frauenberg" und zweifelsfrei in Gestalt der heute so genannten "Huttenburg". Mit dem Bau der sogenannten "Wasserburg" soll im Jahre 1506 Eitel Sebastian von Hutten begonnen haben. Seine Söhne Sebastian und Alexander begründeten später eigene Linien der Hutten zu Altengronau. Es ist nicht wirklich klar, ob tatsächlich eine vorangegangene Zerstörung der oder einer älteren Burg die Motivation zur Erbauung dieser extrem späten Burg war. 1527 stellte Eitel Sebastian die neu erbaute Burg unter den Schutz des Landgrafen von Hessen. Bis zum Aussterben der von Sebastian von Hutten begründeten Linie war die sog. "Sebastiansburg" deren Sitz. Im Dreißigjährigen Krieg soll die Burg schwerwiegende Schäden erlitten haben. Aufgrund des Aussterbens der Altengronauer Hutten wurde die "Sebastiansburg" als Wehranlage verzichtbar und kam in bürgerlichen Besitz. Im 18. Jahrhundert war offenbar bereits ein Teil der Bausubstanz verschwunden. Das erhalten gebliebene Herrenhaus wurde im 19. Jahrhundert von dem Arzt Dr. Ernst Voith bewohnt und 1898 an Christian Gerhäuser veräußert, der in der Nachbarschaft sein Marmorwerk errichtete. Infolgedessen ist das Objekt heute kaum noch als ehemalige Wasserburg erkennbar, wenngleich nicht völlig untergegangen. (Thomas Steinmetz)
Bauentwicklung:
Die Reste von Gräben und Ringmauern lassen keinen Zweifel, dass die "Sebastiansburg" von 1506 tatsächlich noch eine Wehranlage war und damit zu den letzten überhaupt gebauten Burgen gezählt werden darf. Die aufgrund der Aufparzellierung heute kaum noch erkennbaren Umrisse der Anlage waren rechteckig bis quadratisch, wie es auch auf einem Plan aus dem 18. Jahrhundert noch dargestellt ist. Die Seitenlängen des Vierecks müssen wenigstens 40 m betragen haben. Möglicherweise gab es einen inneren und einen äußeren Wassergraben, die dank der Lage der Burg am Zusammenfluss von Gronau und Sinn leicht geflutet werden konnten. Die Bebauung der Burg ist infolge des weitgehenden Verlustes der Bausubstanz längst nicht mehr zu rekonstruieren. Ob ein Turm und eine Kapelle vorhanden waren, muss offen bleiben. Das erhaltene zweigeschossige Wohngebäude mit Treppenturm (dieser datiert 1551) ist vermutlich das vormalige Herrenhaus der Burg. Es geht in seiner heutigen Gestalt mit Krüppelwalmdach sicherlich noch ins 16. Jahrhundert zurück und ist keineswegs Produkt einer Wiederherstellung nach dem Dreißigjährigen Krieg (siehe Romsthal und Wirtheim). Weiterer Ausbau und Modernisierung sind ab dem 17. Jahrhundert aufgrund des Aussterbens der Herren von Hutten zu Altengronau nicht mehr erfolgt. Heute ist das Herrenhaus von Leerstand, ja von Verwahrlosung geprägt und es bleibt zu hoffen, dass es für die Nachwelt erhalten werden kann. (Thomas Steinmetz)
Baubeschreibung:
Einziges erhaltenes Burggebäude ist das mutmaßliche Herrenhaus mit Treppenturm. Entgegen anderslautenden Aussagen dürfte es in seiner heutigen Gestalt noch weitgehend aus dem 16. Jahrhundert stammen. Lediglich die Fenster scheinen modern (19. Jahrhundert) zu sein. Das Obergeschoss besteht aus verschindeltem Fachwerk. Von Ringmauer und Wassergräben verblieben nur minimale Reste. Selbst die fast quadratischen Umrisse der Gesamtanlage sind heute noch zu erkennen. Das Herrenhaus ist ungenutzt und befindet sich in so schlechtem Zustand, dass sein Einsturz zu befürchten ist. (Thomas Steinmetz)