Geschichte:
Der Ort Hornau gehörte zum ältesten Grundbesitz des Salvatorstifts in Frankfurt, des späteren Bartholomäusstiftes. Dieses belehnte damit die Herren von Eppstein, die ihn wiederum vom Ortsadelsgeschlecht der Herren von Hornau als Untervögte verwalten ließen. 1333 wurde mit dem Ritter Kuno von Hornau erstmals ein Untervogt genannt. Seine bis 1555 in der Überlieferung erscheinenden Nachkommen wurden in den Urkunden nur noch als Edelknechte bezeichnet. Im Reichskrieg gegen Philipp VI. von Falkenstein wurde die Burg Hornau 1364 mit Graben und Brücke zum Offenhaus für Ulrich III. von Hanau und das Reich erklärt. 1445 besaß Gottfried von Eppstein das Öffnungsrecht an Wall und Haus zu Hornau. Der Begriff "Wall" ist eine zeitgenössische Bezeichnung für einen Mottenhügel. Nach dem Aussterben der Herren von Hornau ging die jetzt nur noch als Herrenhof erscheinende Anlage 1555 im Erbgang an Philipp von Lindau. Die Vogtei fiel 1535 an die Grafen von Stolberg und 1581 an Kurmainz, das die Oberlehens- und Eigentumsrechte 1590 vom Bartholomäusstift käuflich erwarb. Am Ende des 17. Jhs. ging Hornau an die Freiherren von Bettendorf. Nach deren Aussterben wurde das Gut 1818 durch Hans Christoph Freiherr von Gagern vom neuen Landesherren, dem Herzog von Nassau, erworben. Dessen Sohn Max veräußerte es 1866 an Herzog Adolf von Nassau, der 1890 Großherzog von Luxemburg wurde. Die Luxemburgische Finanzkammer verpachtete das Gut und ließ 1907 das Herrenhaus wegen Schwammbefalls abbrechen. Heute steht nur noch das ehemalige Gesindehaus der Freiherren von Gagern. (Stefan Eismann/Reinhard Friedrich)
Bauentwicklung:
Die Baugeschichte der Burg ist nicht überliefert. Um die Mitte des 16. Jhs. wurde die Burg abgerissen und durch einen Gutshof ersetzt, dessen Herrenhaus 1907 abgerissen wurde. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Die spärliche historische Überlieferung zur Burg lässt kaum Angaben zu ihrer Gestalt zu. Sie war von einem Graben umgeben, der aufgrund der Nähe zum östlich vorbei fließenden Liederbach mit Wasser gefüllt gewesen sein dürfte. Über den Graben führte eine Brücke, in der Burg stand ein Wohngebäude. Aufgrund der Erwähnung eines "Walls" in einer Urkunde handelte es sich bei der Burg wahrscheinlich um eine Motte.
Vom nachfolgenden Hofgut steht nur noch das vor 1830 errichtete Gesindehaus in der Rotlintallee.(Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Keine