EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Valleray bei Ratzenried

Geschichte:

Das landeskundliche Informationsportal (LEO-BW) gibt lediglich an, dass der Weiler 1531 als Falleraich erstmals genannt wurde. Der Versuch Berthold Bücheles mit Blick auf den Ortsnamen Kontinuitätslinien über die Alamannen und Römer bis zu den Kelten zu ziehen geht sicher fehl. Auch wenn die vorgeschichtlichen Funde von dort wohl beachtlich sind. Dessen Interpretation von den Sankt Galler Lehen am Beginn des 15. Jh. auf eine Siedlungsgründung durch Ministerialen des Klosters zu schließen, ist nicht durch zeitnahe Quellen belegt. Die Akkumulation Sankt Galler Lehen in den Händen der Familie Werkmeister um 1419 mag von diesen zusammengekauft sein, keine ältere zusammenhängende Kleinherrschaft darstellen. Erst Mitte 14. Jh. taucht der (Familien-) Name Valleray unter den Bürgern Ravensburgs auf, markiert wohl die Abwanderung der ursprünglichen Bewohner in die Stadt. (Christoph Engels)

Bauentwicklung:

Mangels Unterlagen und Quellen können keine Aussagen gemacht werden. (Christoph Engels)

Baubeschreibung:

Auch die Beschreibung der Burgstelle Vallerey in der Literatur ist nicht frei von Widersprüchlichkeiten. Der langgestreckte Hügel südöstlich des Hofes hat zwei Gipfel. Auf dem südlichen soll die eigentliche Burg gestanden haben, die als Holzturm auf Steinsockel beschrieben wird. Auf dem nördlichen lag demnach die Vorburg. Um den Gipfel im Süden läuft ungefähr auf Höhe der Senke zwischen den Kuppen eine Terrasse (ca. 7 m unterhalb der Kuppe). Diese wird, durchaus nachvollziehbar, als „eingefallener Graben“ angesprochen. Das entspricht auch dem Plan von Boris Blum, der die mittelalterliche Böschung des Burghügels bis auf das Niveau der Senke darstellt. Auf der anderen Seite spricht Berthold Büchele davon, dass die Teilung des länglich ovalen Hügels erst durch die Ausgrabungen ab 1830 entstanden sei. Verfasser sieht das durch das Gelände nicht bestätigt und auch keinen Hinweis in der zitierten Textstelle aus der Korrespondenz des Ausgräbers. Auch die Datierungsangabe im Text 11.-13. Jh. entspricht nicht der zitierten aus dem 19. Jh. (12.-13. Jh.). Leider fehlen Detailangaben zu den Funden, darunter immerhin mittelalterliche Brateaten, um zu einer korrekten Neueinschätzung der immerhin 200-100 Jahre alten Angaben zu kommen. (Christoph Engels)

Arch-Untersuchung/Funde:

Grabungen von Gerichtsnotar Spaeth im 19. Jh. erbrachten vorgeschichtliche Funde und angeblich die Reste einer Turmburg. Einige Angaben scheinen aber erst aus einem Schreiben Fürst Erich von Waldburg-Zeils anlässlich der Burgenaufnahme durch Otto Merkt 1940 zu entstammen und es ist nicht klar, woher genau diese stammen. Die Datierungsangaben von dort zu übernehmen, ist angesichts des Forschungsfortschrittes vom 19. Jh. bis heute jedoch nicht möglich. Der Heimatpfleger und Bürgermeister von Kempten Otto Merkt setzte hier 1941 einen Gedenkstein. (Christoph Engels)