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Ebenweiler, Burgstall im Oberholz

Geschichte:

Der Ort Ebenweiler 1096 als Ebenwilare (Personenname) ersterwähnt, ist vermutlich ein Ausbauort des 8.-9. Jh. 1096 bis 1301 sind niederadlige, ursprünglich vielleicht edelfreie, Herren von Ebenweiler bezeugt. So Heinrich von Ebenweiler der 1237/38 ein Dienstmann Graf Egenos von Aichelberg ist. Abgegangene Burg im Oberholz (Burgstall). Die Hoheit lag wohl seit Mitte des 13. Jh. bei den Herren von Fronhofen-Königsegg. Später eigenes Amt und Teil der Grafschaft Königsegg. 1806 an Württemberg; Oberamt (1938 Landkreis) Saulgau. Die standesherrliche Amtsverwaltung endete endgültig 1849. (Christoph Engels)

Bauentwicklung:

Mangels Untersuchungen können keine verlässlichen Detailaussagen gemacht werden. Rein typologisch ist das kein typischer hochmittelalterlicher Burgstall/Dorfburg von Niederadeligen. Dies eröffnet mit Blick auf die Ersterwähnung Ebenweilers im späten 11. Jh. spannendende Fragen. Bevor hier Antworten gegeben werden können, müssten aber die schriftlichen Originalquellen hinsichtlich etwaiger Verwechslungen (u.a. mit Burg Königsegg) kritisch behandelt, verifizierbar zitiert und die Anlage archäologisch datiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn man die Anlage schon ins 10. Jh. datieren möchte. Dies macht Horst Boxler, der die Anlage als Burg Egg identifiziert, die 970 erstmals erwähnt sei. Zum Vergleich sei auf die komplexe und dynamische Diskussion um den Runden-Berg bei Urach (Kreis Reutlingen), die Heuneburg bei Herbertingen (Kreis Sigmaringen) und die Lenensburg bei Kressbronn (Bodenseekreis) verwiesen. (Christoph Engels)

Baubeschreibung:

Die gerundet-dreieckige Anlage liegt auf einem unsymmetrischen Höhenrücken. Sie wird nach Norden und Osten durch steile Böschungen geschützt, zum flachen Hang nach Westen und Süden durch einen Graben von 10 m Breite und ca. 2 m Tiefe gegenüber dem Vorland. Dahinter erhebt sich ein Wall ca. 4-5 m über der Grabensohle und ca. 2 m über der Innenfläche. Die Annahme eines Turms im Südosten ist unzutreffend. Hier befindet sich zum einen hinter dem Wall ein Podium. Zum zweiten treffen hier zwei Gräben zusammen, die Verdickung des Walls kann mit dem vermehrten Aushub erklärt werden. So zieht der U-förmige Graben um die Anlage läuft nach Osten und endet ohne erkennbaren Schuttkegel am Hang. Zugleich setzt etwas über dessen Sohle ein kurzes Grabenstück an und läuft nach Norden. Dadurch entsteht eine tropfenförmige Restfläche, die wie ein Wall erscheint. Im Osten scheint die Anlage keinen Wall zu besitzen (vgl. Hünaburg bei Bittelschieß, Kreis Sigmaringen). Ob der moderne Forstweg dem alten Zugang folgt, ist mehr als fraglich. Im Juni 2025 grenzte eine große Aufforstungsfläche im Westen und Südwesten an die Burg an. Hier hat sich die gesamte Wegesituation gegenüber den amtlichen Karten stark verändert. Die Burg war nur über eine alte Rückegasse sehr beschwerlich zu erreichen. Die Anlage war zudem stark zugewachsen, wegen der Jungbuchen kaum zu überblicken. (Christoph Engels)

Arch-Untersuchung/Funde:

Die Anlage wurde zuletzt 2006 begangen. Lesefunde konnten, wie auch 2025, nicht gemacht werden. (Christoph Engels)