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Oberhausen bei Groß-Enzersdorf

Geschichte:

Oberhausen ist zumeist als Teil der Hft. Sachsengang nachweisbar und wird erst 1420 genannt. Zu dieser Zeit ist Oberhausen Besitz der Scheuerbecken. 1423 und 1455 wird Oberhausen vom Landesfürsten an die Stickelberger verliehen, die noch 1510 auf Sachsengang sitzen. Der Sitz wird vermutlich E. d. 15. Jhs. zerstört.
(G.R.)

Bauentwicklung:

Der Hausbergcharakter der Befestigung indiziert trotz der späten urkundlichen Überlieferung im 15. Jh. eine hochmittelalterliche Entstehungszeit. Nähere bauhistorisch relevante Daten sind nicht bekannt.

Baubeschreibung:

Die einfache, doch relativ stark ausgebaute Anlage besteht aus einem kegelstumpfförmigen Kernwerk, das von einem noch fast vollständig erhaltenen Ringwall umgeben wird. Das Kernwerk erreicht gegenüber dem Graben eine Höhe von bis zu 7,5 m, der Durchmesser des Plateaus beträgt zwischen 15 und 21 m. Hier wurde in der Barockzeit, nach Dehio 1650/53, eine kleine, dem Hl. Johannes d. T. geweihte Ortskapelle errichtet, die 1964 umfassend restauriert wurde. Ein Bezug zum ehem. Sitz ist nicht mehr anzunehmen. Der breite Sohlgraben wird durch den 2,5-4 m hohen Ringwall, dessen Kronenbreite 2-3 m erreicht, umschlossen bzw. gebildet. Nach Schad´n war der Graben urspr. wasserführend, mehrere Unterbrechungen im Wall, die heute von Wegführungen verwendet werden, sind mglw. als Flutungseinrichtungen zu sehen. Der Durchmesser des Wallringes beträgt rund 100 m. Zumindest im S bzw. SW zeichnet sich ein 2. Wallring ab, den bereits Schad´n auf seinem Lageplan andeutet. Auch das Gelände außerhalb des Ringwalles war, zumindest tlw. wasserführend. Schwammenhöfer spricht von einer größeren Teichanlage, innerhalb der die Hausberganlage situiert war. Zu Schweickhardts Zeit, um 1830, waren entsprechende Bereiche noch überflutet. Im NW sind Teile des Walles verebnet, hier wurde auch zur Erschließung der Kapelle der Graben mit einer dammartigen Schüttung unterbrochen. Die zugehörige Siedlung lag nach Schwammenhöfer im W und O des Sitzes, auch sie war mittels erweiterter Wallanlagen gesichert und von Teichen umgeben. Reste derartiger Anlagen zeichnet noch Schad´n im N des Sitzes, heute sind diese peripheren Anlagen, nicht zuletzt durch Erweiterung des Wegenetzes und des verbauten Gebietes, nur noch eingeschränkt nachvollziehbar.
Seit Schad´n wird der Anlage von Oberhausen eine Beziehung zur nahen Burg Sachsengang zugesprochen. Diese liegt nur ca. 400 m südsüdöstl. innerhalb der ehem. Schleife eines alten Donauarmes. Die örtliche Nähe beider Sitze legt diesbezügliche Vermutungen nahe, jedoch können zukünftige Forschungen zu den komplexen und wechselnden hochmittelalterlichen Besitzverhältnisse im Großraum Sachsengang-Großenzersdorf auch andere Zuweisungen erbringen. Als Vorwerk zu Sachsengang sollte die Anlage von Oberhausen folglich ihres Ausbaustandards wohl nicht interpretiert werden.
(G.R.)