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Pöchlarn

Geschichte:

Auf den Ruinen des römischen Kohortenkastells Arelape entwickelt sich wohl die 832 erstmals genannte "Herlungoburg", die von Ludwig dem Deutschen an das Bistum Regensburg geschenkt wird. Um 913 sitzt hier angeblich Rüdiger von Bechelarn (im Nibelungenlied genannt), ab ca. 965 ist Pöchlarn möglicherweise Residenz der neuen Markgrafschaft Österreich, welche 984 nach Melk verlegt wird. 1043 wird Bechlare von König Heinrich III. besucht, 1267 findet sich erstmals die urkundliche Bezeichnung als Stadt. 1334 wird der "Bischofshof" erstmals genannt, er wird von Pflegern bewohnt, die seit 1130 mit Chuno von Perkham bzw. 1156 Christian von Harlungen fassbar sind. Aufgrund finanzieller Probleme wird Pöchlarn oftmals verpfändet, 1391 sogar an die Wallseer verkauft. Bereits 1413 wird der Besitz jedoch zurückgekauft. 1447 lagert man hier den Regensburger Domschatz. 1810 wird Pöchlarn von der kaisl. Hofkammer eingezogen und 1823 an Friedrich Ritter v. Bors, den Erbauer des Neuschlosses verkauft. 1900 - 1985 folgen die Frhn. v. Tinti, danach Maria Amberger. Seit 2002 im Besitz der Schloss Pöchlarn Betriebsges.m.b.H.
(P.S.)

Bauentwicklung:

Im Gegensatz zu älteren Forschungsmeinungen konnte Dank jüngster Grabungen der älteste erhaltene, saalbauartige Baukörper in die 2. H. d. 13. Jhs. datiert werden. Ältere, bislang bis in das 11. Jh. datierte Bauhorizonte der Burg konnten widerlegt werden. Um 1576 entstand im bischöflich-Passauischen Amtssitz ein großer Nordtrakt sowie ein Schüttkasten. Um 1823 wurde der Nordtrakt weitgehend abgerissen und unter Friedrich Ritter v. Bors durch einen neomittelalterlichen Neubau ersetzt.

Baubeschreibung:

In den Jahren 2002/03 fanden anlässlich des Umbaus zum Seniorenheim umfangreiche archäologische Grabungen und Bauuntersuchungen des BDA statt, deren Ergebnisse bisherige Bauphasenanalysen, nicht aber deren Datierungen bestätigten. Demnach zeichnet sich als ältester erhaltener Kern ein ca. 10 x 25 m großer Baukörper ab, der Mauerstärken bis 1,4 m zeigt. Im Keller haben sich hohe Scharten erhalten, Keramik und Mauern datieren den Bau laut Ausgräber Nikolaus Hofer in die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Damit sind wohl sämtliche bisherigen Datierungen von Standort und Saalbau ins 11. Jahrhundert widerlegt, wenngleich Funde aus dem 11./12. Jahrhundert eine ältere Besiedlung des Standorts indizieren. Die auffällige Lage des Bischofshofes außerhalb der Stadtmauern deutet entsprechend der frühen Urkunden auf eine landesfürstliche Siedlung, der die Hofmark nur angegliedert war. Auch die bischöfliche Pfarrkirche lag außerhalb der Befestigung. Der große Kernbau des Schlosses ist wohl als Saalbau mit repräsentativem Hauptgeschoß zu interpretieren, wie er in bemerkenswert ähnlichen Maßen im nahen Ybbs noch erhalten ist. Möglicherweise folgte er im Konzept den standardisierten Lese- und Stiftshöfen entlang der Donau, demnach wäre neben dem Saalbau noch ein Turm und eine Kapelle denkbar, die jedoch nicht mehr nachweisbar sind. Im Baugefüge zeichnen sich nach Norden mehrere Ausbauphasen ab, die aufgrund der Mauerstärken wohl noch dem Mittelalter zuzuordnen sind. Hinweise auf eine Zugbrücke über den 1823 zugeschütteten Graben erlauben keine Datierung. Um 1576 entstand ein großer Nordtrakt sowie ein Schüttkasten. Um 1823 wurde der Nordtrakt weitgehend abgerissen und durch einen neomittelalterlichen Neubau ersetzt. 2003/04 wurde das Schloss durch intensive Eingriffe und Neubauten stark verändert.
(P.S.)

Arch-Untersuchung/Funde:

In den Jahren 2002/03 fanden anlässlich des Umbaus zum Seniorenheim umfangreiche archäologische Grabungen und Bauuntersuchungen des BDA statt.