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Rossatz

Geschichte:

Seit ca. 990 hier nachweisbarer Besitz des Kloster Metten gelangt im 11. Jh. an dessen Vögte, die Babenberger. Bis 1355 besitzen die Kuenringer ein örtliches landesfürstliches Lehen. 1358/59 gelangt es an Reinprecht I. v. Wallsee. 1462/64 kommt es als freies Eigen an die Hrn. v. Spaur. Weitere Besitzer sind ab 1547 die Kirchberger, ab 1578 die Aspan, 1581 die Geymann, 1663 die Lamberg, 1755 die Mollart und 1768 die Schönborn. Seit 1859 Besitz der Guts- und Waldgenossenschaft Rossatz, heute der Agrargemeinschaft Rossatz.
(G.R.)

Bauentwicklung:

Der mittelalterliche Baubestand dürfte dem Schlossbau des späten 16. Jhs. zum Opfer gefallen sein. Dieser ist durch die Bezeichnung der Außenfassade mit "1582" sowie der Hofseite des W-Trakts mit "1600" zeitlich gut fassbar und kann als vermutlich weitgehender Neubau unter den Rittern v. Geymann im 4. V. d. 16. Jhs. angesehen werden.

Baubeschreibung:

Der stark restaurierte, 3-gesch. 2-Flügelbau ist durch die stark spitzwinkelige Stellung des Hoftraktes an der Straßenseite einmal abgewinkelt und stark in die übrige Bebauung des Kirchenplatzes einbezogen. Die Außenfront mit regelmäßigen, tlw. als Scheinarchitektur aufgemalten Fensterachsen ist durch die Jahreszahl "1582" datiert und zeigt als Rest der primären Renaissancedekoration den Teil eines Sgraffitobandes. Die Räume des Erdgeschoßes sind durchwegs spitztonnengewölbt. Die zentral angelegte Einfahrt führt in den Hof, der im rückwärtigen Bereich nur durch rezente Gebäude geschlossen wird. Dem N-Trakt ist ein 3-gesch. Arkadengang vorgelegt, dessen kreuzgratgewölbte Gänge im 1. Geschoß von Pfeilern, im 2. Geschoß von Rundsäulen getragen werden. Im 3. Geschoß tragen Holzstützen die Deckenkonstruktion des 18. Jhs. Die Hofseite des W-Traktes nennt die Jahreszahl "1600", wodurch der Bau als vermutlich weitgehender Neubau unter den Rittern v. Geymann im 4. V. d. 16. Jhs. gesehen werden kann.
(G.R.)