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Erlachhof

Geschichte:

Das Gebiet wird als ältestes, urspr. Siedlungsgebiet von Spitz angenommen. 1147 erscheinen "Hermannus et Pertholdus de Erla", anlässlich des Verkaufs an Niederaltaich. In der Folge ist der Hof bis 1803 Verwaltungszentrum der Besitzungen des Bayerischen Klosters in diesem Gebiet. Im 13. Jh. üben, mit kurzen Unterbrechungen, die Kuenringer als Lehensträger der Hzge. von Bayern die Vogteirechte über den gesamten Niederaltaicher Besitz aus. Der Hof dient den Äbten als Sommerresidenz, Erholungsort und Lesehof. 1309 wird im Erlahof eine den Hll. Godehard, Benedikt und Margarete geweihte Kapelle erwähnt, die 1620 geplündert wird, aber noch später in Verwendung steht. 1803 gelangt der Besitz an den Kameralfonds, 1808 an Alois Gf. Geniceo, 1835 an Leopold v. Würth, danach in bürgerlichen Besitz. 1944 erwirbt die MG Spitz den Hof. Ab 1970 ist hier das Schifffahrtsmuseum Spitz eingerichtet.
(G.R.)

Bauentwicklung:

Vom hochmittelalterlichen Sitz haben sich keine Rest e erhalten, vom spätmittelalterlichen Ausbau zum Klosterhof von Niederaltaich blieb die 1309 genannte Kapelle erhalten.

Baubeschreibung:

Die Mittelachse bzw. Eingangszone des 2-gesch., kastenförmigen Hauptbaues ist durch einen schlanken, leicht vortretenden Fassadenturm mit Zwiebelhelm betont. Heute vermittelt der äußerlich schlicht dekorierte Bau einen villenartigen Eindruck und lässt erst im Inneren die hochwertige architektonische Ausstattung erkennen. Im Erdgeschoß befindet sich eine ehem., später unterteilte, 6-jochige Pfeilerhalle. Die Prunkräume im Obergeschoß besitzen stuckierte Flachdecken aus dem 2. V. d. 18. Jhs. Hervorzuheben ist das sog. "Prälatenzimmer" mit Bandlwerkstuck, Deckengemälden und überreichen Barockportalen. Im Obergeschoß konnten auch die Reste der ehem. Kapelle mit tlw. erhaltener Freskenausstattung der Zeit um 1310 und dem 3. V. d. 14. Jhs. freigelegt werden, woraus die Einbeziehung mittelalterlicher Bauteile hervorgeht. Benachbart 1 - 2-gesch. Wirtschaftstrakte, darunter auch eine ehem. Mühle, mit tlw. geschwungenen Giebelfronten.
Im Inneren des vorbildlich gepflegten, schlossartigen Ansitzes befindet sich heute das Schifffahrtsmuseum Spitz, das eine sehenswerte Fülle von Exponaten - darunter wertvolle Modelle von Schiffstypen - zur Geschichte der Donauschiffahrt sowie eine kleine heimatkundliche Sammlung zeigt.
(G.R.)