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Melk I

Geschichte:

In einer 977 von K. Otto II. ausgestellten Urkunde wird dem Hochstift Salzburg der Besitz eines Drittels an der "civitas" Melk bestätigt. Da Salzburg bereits zu karolingischer Zeit hier Besitzungen besaß, könnte die befestigte Höhensiedlung daher in das 9. Jh. zurückreichen. Als mögliche Mitbesitzer in der 2. H. d. 10. Jhs. werden das fränkische Kloster Herrieden und das Reich angesehen. Nach der Melker Klosterchronik des 12. Jhs. erobert Mgf. Leopold I. die Anlage, dessen namentlich genannter Besitzer (Gizo?, Siho?) aufgrund späterer Korrekturen an der Urkunde nicht einwandfrei identifiziert werden kann. Anfang des 11. Jhs. ist Melk Sitz des Mgf. Heinrich (944-1018). Nach der klösterlichen Überlieferung soll die Gründung eines Priesterkollegiums bereits unter Heinrich erfolgt sein, wofür auch die Überführung des Leichnams des Hl. Koloman nach Melk 1014 spräche. Die Babenberger Adalbert (gest. 1055) und Ernst (gest. 1075) sind die ältesten ihres Geschlechtes, die (mit ihren Frauen) im Stift bestattet wurden. Vermutlich bestand das frühe Kollegium parallel zur Burg. Ab 1089 wird das Stift in ein Benediktinerkonvent umgewandelt, dieser Prozess wird durch das Papstprivileg von 1110 und die päpstlichen Bestätigungsurkunden von 1122 und 1137 abgeschlossen. Nach der Hauschronik wurde das Kloster 1113 durch Bf. Ulrich von Passau geweiht, wobei über die landesfürstlichen Dotationen durch Leopold III. bis 1119 verhandelt wurde. Daher ist spätestens in den 20er Jahren des 12. Jhs. mit dem Ende des Babenbergersitzes zugunsten des Klosters zu rechnen.
(T.K.)

Bauentwicklung:

Da von der Burg des 10./11. Jhs. weder Baunachrichten noch Baureste überliefert sind, muss von einer bauhistorischen Bewertung Abstand genommen werden.

Baubeschreibung:

Die ehem. "Eisenburg" des 10. und 11. Jhs., ist lagegleich mit dem heutigen Benediktinerstift lokalisierbar. Der strategisch günstig situierte Felssporn im N der Stadt bot ausreichend Platz für eine großflächige Befestigungsanlage vom Typus frühmittelalterlicher Mittelpunktsburgen. Durch frühzeitige Aufgabe sowie durch die über Jahrhunderte währende, kontinuierliche Überbauung des Areals durch die Stiftstrakte ist die Burg des Hochmittelalters heute abgekommen.
(T.K.)