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Niederaggstein

Geschichte:

Die hochmittelalterliche Anlage ist durch keinerlei urk. Nachrichten erschließbar. Erst 1447 wird ein "Nidern Ackstain" genannt, das mit großer Wahrscheinlichkeit mit dieser Anlage identifizierbar ist. Ein Holzschnitt Altdorfers aus 1511 zeigt neben der Burg Aggstein einen 2., wahrscheinlich als "Niederaggstein" identifizierbaren, intakten Bau, der über eine hohe Holzbrücke erschlossen wird. Historisch ist die vermutlich im 16. Jh. verfallene Anlage in Zusammenhang mit der Burg Aggstein zu sehen.
(G.R.)

Bauentwicklung:

Der überwiegend hochmittelalterliche Baubestand steht in auffälligem Kontrast mit der späten urkundlichen Überlieferung der Anlage (1447), was wohl mit der nachrangigen Funktion als mögliches Vorwerk der Burg Aggstein zu erklären ist.

Baubeschreibung:

Die stark verfallene Burganlage nützt einen hier aus dem überhöhenden Hinterland nach WNW, zum Ort vorspringenden, schmalen, felsigen Sporn. Dessen westl. Ende ist durch einen Halsgraben zu einem kernwerksartigen Bereich gestaltet, der Mauerreste eines massiven rechteckigen Hauses oder Turmes zeigt. Das dickwandige Mauerwerk zeigt grobblockiges, lagiges Bruchsteinmauerwerk in exakter Einzellage und lässt eine Datierung im späten 12. bzw. im frühen 13. Jh. zu. Verebnete Wallstufen und ein Teil eines Grabens nordwestl. des Kernwerkes weisen auf ehem. Außensicherungen hin. Ca. 60 m östl. des Halsgrabens erhebt sich am Beginn des Sporns ein felsiger, ehem. durch Gräben abgeriegelter Hügel, der Reste eines isolierten, massiven Mauerbaues unbekannter Funktion mit rundem, kuppelgewölbtem Innenraum zeigt. Der Bau lässt sich durch das Mauerwerk allgemein als "mittelalterlich" bestimmen. Die Anlage ist sowohl durch alte Wegführungen, Wasserrisse, vor allem jedoch durch rezente Forststraßen, die tlw. durch die ehem. Grabenanlagen führen, beeinträchtigt.
(G.R.)