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Luftenberg

Geschichte:

Bereits um 900 wird ein Edler Duric am Luffinperc genannt. Die Lokalisierung des frühen Sitzes innerhalb der dreifachen, prähistorischen Ringwallanlage am Luftenberggipfel konnte archäologisch bislang nicht verifiziert werden. Spätestens ab dem mittleren 12. Jahrhundert dürfte der hochmittelalterliche Adelssitz auf einem Bergabsatz entstanden sein. Die erste sichere Nachricht findet sich um 1200 durch einen nobilis vir Ekkerich de Luffinberc, einem landesfürstlichen Ministerialen, dessen Familie hier bis 1237 sitzt. 1282 verleiht Hzg. Albrecht die halbe Burg an den Rech, der bereits die andere Hälfte besitzt, ab 1367 an die Gruber. 1455 bis 1679 ist sie im Besitz der Schallenberg, die sie an Helmhard-Christoph v. Weissenwolf verkaufen. Dieser vereinigt sie mit seiner Herrschaft Steyregg, wodurch die Burg dem Verfall überlassen wird. Aus dem Meierhof entwickelt sich ein kleines Schloss, das heute als Golfclub genutzt wird.
(P.S.)

Bauentwicklung:

Die spärlichen Baureste der Kernburg gehören dem Spätmittelalter an und lassen sich mit keiner der seit 1200 gesichert überlieferten Besitzerfamilien gesichert in Verbindung bringen. Der angrenzende Schlossbau des 16. Jhs. erfolgte wohl unter der Hrn. v. Weissenwolf.

Baubeschreibung:

Die spärlichen Reste des einst prächtigen Schlosses liegen hinter dem heute dominanten neuen Schloss des 16. Jhs. Vischer zeigt 1674 die Kernanlage noch als großen rundlichen Bering, in dem Grabendächer auf eine geschlossene Bebauung deuten. Vorgestellt sind zwei Türme sowie eine kleine Zwingeranlage mit hoher Torrampe, die zum unteren Schloss führt.
Heute präsentiert sich die Burgruine zunehmend als hoher, bebauungsloser Erd- bzw. Felskegel. Spärliche Fundamentreste deuten analog zu Vischer auf einen polygonalen Bering von etwa 25 m Durchmesser. Lediglich im Norden haben sich davon höhere Teile erhalten. Sie zeigen einen kleinteiligen Bruchsteinverband mit großformatigen Eckblöcken. Regelmäßig durchlaufende Abgleichslagen scheiden homogene Kompartimente aus, weshalb eine Entstehung im 14. Jh. zu vermuten ist. Nordöstlich haben sich Reste der kleinen Vorburg erhalten. Direkt an den oberen Bering angestellt findet sich ein teilweise eingestürzter gewölbter Bau, der aufgrund des charakteristischen Netzmauerwerks wohl dem 15. Jh. zuzuordnen ist. Er schmiegt sich an einen älteren Rechteckbau, dessen Eckverband gut erhalten ist. Gemäß Vischer ist hier wohl der einst rechte Turm zu suchen. Das sorgfältige Bruchsteinmauerwerk datiert ihn jedenfalls ins 14. Jh., eine eventuelle Verzahnung mit dem Bering ist nicht mehr nachzuweisen. Vom linken Torturm könnten Eckreste erhalten sein. Piper zeigt hier noch ein zu Vischer vergleichbares Mauereck, das heute weit gehend ohne Schale ist. Die polygonale Vorburg, deren Bering sich halbkreisförmig um die nördliche Kernburg gürtet, liegt bereits ca. 10 m tiefer. Balkenlöcher, winzige Scharten sowie große gotische Fenster deuten auf eine ehemalige randständige Bebauung, wie sie auch bei Vischer zu sehen ist. Die netzartige Mauerstruktur mit starkem Ziegeleinsatz deutet bereits ins 15. Jh.
Im 16. Jh. wurde der bemerkenswert großzügige neue Schlossbau vorgestellt. Obwohl hier heute die drei ehemaligen Türme fehlen und der erste Torhof unter einem großen Walmdach verborgen ist, präsentiert sich der Bau noch als wuchtiger, repräsentativer Körper, dessen lange, homogene Fronten den Ort überragen. Im Inneren beeindrucken große, homogene Säulenhallen.
(P.S.)