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Mühldorf

Geschichte:

1347 nennt sich erstmals ein Adeliger nach Mühldorf, er gehört zur Dienstmannschaft des nahen Freudenstein. In der Folge wird der Sitz zunächst wallseeisches und nach dem Aussterben dieses Geschlechtes 1483 liechtensteinisches Lehen. 1466 bis 1560 wird der Besitz von der Familie Premser verwaltet, 1563 ist Wilhelm Tupfer von Mitterndorf belehnt, dem 1594 Hans Georg Siegmar Stangl folgt. Nach Rosina von Herberstein folgen 1660 Sebastian Gf. Clam sowie bald Matthäus von Undorf. 1674 fällt das Schloss durch Heirat an Johann Georg Peisser von Wertenau, von dessen Erben erwirbt 1746 das Stift Wilhering das Gut, heute befindet sich das Schloss in Privatbesitz.
(P.S.)

Bauentwicklung:

Der mittelalterliche Sitz ist durch den frühneuzeitlichen Schlossbau überbaut worden, bauhistorische Nachrichten zu Burg und Schloss sind nicht bekannt.

Baubeschreibung:

Die mehrteilige Schlossanlage besteht aus dem dominanten Kernschloss, einem Verwalterstöckl sowie dem dreihöfigen Meierhof. Die heute annähernd quadratische, homogene Kernanlage zeigt sich bei Vischer 1674 noch als hohes Festes Haus, das von einem rechteckigen Bering mit Ecktürmen sowie einem niederen Anbau umschlossen ist. Erhalten blieb davon der zentrale Bau, dessen mächtige Riemlingdecken über taustabbesetztem Rüstbaum sowie schwere Stichkappengewölbe um 1500 datieren. Ältere Bauelemente sind zumindest nicht erkennbar, lediglich ein wohl sekundärer Abortturm an der Rückseite deutet vielleicht auf mittelalterliche Bausubstanz. Vom turmbewehrten Bering hat sich überbaut die westliche Hälfte komplett erhalten, während die zwei östlichen Ecktürme bis auf geringe Reste abgetragen sind. Demnach gab es einst drei runde Türme, während die Nordecke durch den schlanken, rechteckigen Torturm besetzt wird. Er zeigt ein Doppeltor mit gefasten Gewänden und Windenlöchern und entstammt wohl der Spätgotik. Somit präsentiert sich der Bau als relativ einheitliches Wasserschloss der Zeit um 1500.
Aus dem 16. bzw. 17. Jh. stammen qualitätvolle Ausstattungsteile wie Türen, Böden und eine Wendeltreppe, sowie die frühbarocke, elliptische Schlosskapelle. In dieser Zeit wurde wohl auch das Schloss homogen zum dreigeschossigen Bau mit dominantem Walmdach sowie den zwei flankierenden Turmflügeln zusammengefasst. Parallel entstanden wohl das isolierte Verwalterstöckl mit streng gegliederter Fassade sowie der repräsentativ konzipierte Meierhof mit frühbarocken mehrschiffigen Säulenhallen und bemerkenswerten barocken Holzdachstühlen.
Unklar scheinen mehrere Gartenmauern mit gotischen Schlüssellochscharten. Sie dürften wohl erst nach dem Teilabbruch der östlichen Schlossbefestigungen im frühen 19. Jh. entstanden sein und ältere Gewände verwenden.
(P.S.)