EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Gmünd

Geschichte:

Die Burg erscheint 1217 im Besitz des Hadmar II. v. Kuenring. 1257 wird erstmals ein Stadtgericht, 1278 der Markt zu Gmünd genannt. Nach Heinrich III. v. Kuenring gelangt die Burg an Wok v. Rosenberg. Von 1262 bis 1418 im Besitz der Hrn. v. Liechtenstein, anschließend von 1418 bis 1484 im Besitz der Puchheimer. 1483 gelangt die Burg durch Verrat in die Hände der Ungarn, 1484 wird den Puchheimern die Hft. strafweise durch K. Maximilian I. entzogen. Als landesfürstlicher Verwalter erscheint zunächst Nikolaus Spanowsky. 1518 wird die Hft. Wilhelm v. Greiß verpfändet. 1585 gelangen die Hrn. v. Greiß schließlich durch Kauf in den Besitz der Hft., geben sie aber 1601 an die Frhn. V. Puchheim ab. Ab der M. d. 17. Jhs. ist ein rascher Besitzerwechsel zu verzeichnen. Nach den Zinzendorf, Khuen, Geymann, Volkhra, Geyersberg, Gemminger, Koller, Geusau ist die Hft. ab 1844 auch im Besitz bürgerlicher Familien. 1859 gelangt sie an Ehzg. Sigismund v. Habsburg-Lothringen. (G.R.)

Bauentwicklung:

Die Errichtung der Burg ist nach bisheriger Meinung im Zusammenhang mit der Gründung der Grenzstadt Gmünd, einer regelmäßigen, planmäßigen Stadtanlage auf einer Terrasse am Zusammenfluss von Lainsitz und Braunau, durch Hadmar II. v. Kuenring, vor 1217, zu sehen. Die Burganlage war urspr. in die grenznahe SW-Ecke der Stadtbefestigung integriert. Der Das heutige Schloss benützt die Grundsubstanz einer regelmäßigen, kastellartigen Burg, vermutlich der 1. H. d. 13. Jhs. Der ehem. 1,30 - 1,70 m starke Bering begrenzte ein Areal von ca. 47 x 43 m.
Für eine gedachte Gründungszeit vor 1217 erscheint der Bau typologisch zu fortgeschritten, wodurch die Gründung eher einer Sekundärphase der Stadtbefestigung zuzurechnen ist.

Baubeschreibung:

Der Bau präsentiert sich gegenwärtig als jüngst restaurierter, für Wohneinheiten adaptierter, 3-gesch. 4-Flügelbau über einem leicht verschoben-rechteckigen Grundriss. Der Bau ist stark von den vereinheitlichenden Umbauten des 16. Jhs. geprägt.
Der SW-Turm, zugleich Eckturm der Stadtbefestigung ragt noch heute über den Bau. Hinweise lassen den Bestand von weiteren 3 Ecktürmen zwischen 8 und 10 m Seitenlänge vermuten. Zwischen den beiden südl. Türmen ist der gleichzeitige Palas eingespannt, der durch einen mglw. primären Portalvorbau erschlossen wird. Div. Ausbauten des 15. und 16. Jhs. lehnen sich randständig an die Innenseiten des Berings an. Nur der östl. Torturm des 15. Jhs. und Bauteile des Barock im N greifen über den urspr. Bering hinaus. Teichanlagen im südl. situierten Schlosspark weisen mglw. auf eine ehem. Außenbefestigung in Form von Wassergräben hin. (G.R.)