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Neusiedl

Geschichte:

Um 1163 wird ein "Henricus de Niusidil" in einer Zwettler Urkunde genannt, wobei der Bezug zum diesem "Neusiedl" nicht eindeutig hergestellt werden kann. Darüber hinaus sind keine weiteren Nachrichten bekannt. (G.R.)

Bauentwicklung:

Die Besonderheit der Anlage ist jedoch in den insgesamt 13 noch auffindbaren Buckelquadern zu sehen, die neben anderem Steinmaterial über den N- und NW-Abhang der Anlage verteilt sind. 4 Quader liegen am nördl. Auslauf des Grabens und wurden offenbar vom Außenwall am weiteren Absturz gehindert, 2 weitere auf der Terrasse im NW, die übrigen sind am Hang bis zur Talsohle verteilt. Die sehr großformatigen Blöcke zeigen sorgfältige Bearbeitung mit Randschlag, die Form der Buckel reicht von Kissenformen bis zu flachen Spiegelformen. Ein Quader im nördl. Graben zeigt die Zurichtung für eine rechtwinkelige Ecksituation. Die Tafel am Anstieg zur Plattform nennt sie "Kuriose Reliefsteine" und sieht sie als "...Hinweise auf Burg oder Kultanlage". Während die Anlage typologisch als kleinräumige, sehr typische Hausberganlage zu sehen ist, ist die Verwendung von Buckelquadern ein charakteristisches Merkmal qualitativ hochstehender Burgbauten, deren Errichtung ausschließlich im Umfeld bedeutender Ministerialen, Adelsgeschlechter oder des Landesfürsten selbst zu suchen ist und sich im 2. V. d. 13. Jhs. konzentriert. Das "Mystische" liegt hier im offensichtlichen Widerspruch zwischen einfacher Hausberganlage und der überaus qualitätsvollen architektonischen Ausführung der ehem. Massivbebauung, die nur schwer mit der nur einzigen Nennung örtlichen Adels in Verbindung gebracht werden kann und mglw. den Sitz eines noch nicht hierher lokalisierten Adelsgeschlechtes vermuten lässt.

Baubeschreibung:

Die Anlage besteht aus einem kegelstumpfförmigen Kernwerk, das nach der Beschreibung Schwammenhöfers eine Plattform von ca. 15 x 20 m Größe und rund 8 m Höhe aufweist und das an der SO-Seite einen tiefen Einschnitt und auf dem Plateau starke Unebenheiten zeigt. Vom eben heranführenden Vorgelände ist das Werk durch einen Graben getrennt, der die Anlage ringförmig umfasst und der im S, N und O durch einen zusätzlichen Außenwall begleitet wird. Der südl. Bereich ist z. T. verebnet bzw. von ausgeackerten Steinbrocken der anliegenden Ackerflächen verfüllt. Im W ist der Graben nur noch als Hangstufe vorhanden, im NW zeigt das Gelände einen starken Einzug, der am Fuß in einer kleinen Terrasse endet. Im N und NW tritt mehrmals der anstehende Fels zutage. (G.R.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Lesefunde des 12.-15. Jhs. aus dem Vorfeld der Burg