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Ludwigseck

Geschichte:

Burg Ludwigseck gehört zu einer kleinen Gruppe spätmittelalterlicher Burgen (vgl. u. a. Ludwigstein und Ludwigsau), deren Gründung auf den hessischen Landgrafen Ludwig I. zurückzuführen ist. Die Burg wurde offenbar im zweiten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts errichtet und war 1419 vollendet. Auf Veranlassung des Landgrafen Ludwig I. von Hessen errichteten der Erbmarschall Eckhard von Röhrenfurt und die landgräflichen Räte Hermann und Heinrich von Holzheim die Burg im Gebiet des "Gerichts in der Rohrbach", um dort den Einfluss der Grafen von Waldeck zurückzudrängen. Bereits vor dem Tod der Brüder Eckhard und Friedrich von Röhrenfurt, die 1432 und 1433 verstarben, war der Anteil dieser Familie 1432 an die Riedesel gelangt. 1459 konnten die Riedesel schließlich auch den Holzheimer Anteil in ihren Besitz bringen. Nach Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg war die Anlage 1677 wieder bewohnbar. Mitte des 19. Jahrhunderts restauriert und in Teilbereichen umgestaltet verblieb Ludwigseck für mehrere Generationen bei der Familie Riedesel. Heute ist Burg Ludwigseck Eigentum der Familie von Gilsa. (J.F.)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung der spätmittelalterlichen, zu Beginn des 15. Jahrhunderts entstandenen Höhenburg bedarf noch einer eingehenden Untersuchung. Größtenteils reicht der Baubestand der Hauptburg noch in die Gründungszeit der Burg zurück. Auf bauliche Veränderungen in der Renaissancezeit verweist die Jahreszahl 1593 über dem rundbogigen Kellereingang des nördlichen Verbindungsflügels. Nach Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg bis 1677 wieder hergestellt. Der obere Teil des Westflügels wurde 1858 im Zuge einer Renovierung und baulichen Umgestaltung der Anlage durch Hugo von Ritgen aufgeführt. Die unterhalb der Hauptburg gelegenen Wirtschaftsgebäude datieren in nachmittelalterliche Zeit und entstanden teilweise erst um 1900. (J.F.)

Baubeschreibung:

Typologisch weist die zu Beginn des 15. Jahrhunderts auf einem Basaltkegel errichtete Hauptburg von Ludwigseck eindeutige Parallelen zur Burg Ludwigstein an der Werra auf. Bei beiden Burgen handelt es sich um rechteckige Baukörper mit Wohnbauten, die sich unmittelbar an die Ringmauern anlehnen. Im Unterschied zu Ludwigstein ist auf Burg Ludwigseck jedoch im Baubestand kein runder Bergfried als Frontturm vorhanden. Die Gebäude der Burg Ludwigseck gruppieren sich um einen kleinen Innenhof. Zu dem auf einer niedrigeren Geländestufe gelegenen Wirtschaftshof wird die Hauptburg lediglich durch eine mit neugotischen Zinnen versehene Mauer abgeschlossen. Der Westflügel weist einen spätgotischen Erker auf. Südlich unterhalb der Hauptburg liegt die Vorburg mit einem kleinen achteckigen Treppentürmchen, das mit der Jahreszahl 1586 bezeichnet ist. Der Wirtschaftshof besteht u. a. aus einem zweigeschossigen Fachwerkwohnhaus auf hohem Sockel, das wohl noch dem 17. Jahrhundert angehört. Weitere Wirtschaftsgebäude wurden in ihrer jetzigen Form erst um 1900 angelegt. (J.F.)