EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Reichenberg i. Odenwald

Geschichte:

Die Burg war seit dem Einsetzen der schriftlichen Überlieferung (1276, 1307) im Besitz der Schenken von Erbach. Das Grafenhaus Erbach-Erbach verkaufte die Burg und den zugehörigen Frohnhof um 1930 an Jakob Siefert, von dessen Tochter die Burg an die Offensive Junger Christen e.V. kam. Aufgrund der fortifikatorischen Gunst des Burgberges, des günstigen Klimas und des daraus resultierenden hohen Alters Reichelsheims sowie der ursprünglichen Endung des Burgnamens auf -burg ist ein weitaus höheres Alter der Burg Reichenberg anzunehmen. (T.St.)

Bauentwicklung:

Aufgrund der häufigen Nutzung der Burg als Wohnsitz der Schenken und Grafen von Erbach (bis ins 18. Jahrhundert) ist die Baugeschichte sehr reichhaltig, aber mangels schriftlicher Quellen fast nur aus Baubefunden zu erschließen. Die halbkreisförmige Kernburg unbekannten Alters ist heute nur noch zu erahnen. An ihrer Spitze stand ein runder Bergfried, der im mittleren 16. Jh. der Verlängerung des "Krummer Bau" genannten Wohn- und Saalbaues niedergelegt wurde. Reste eines zweiten mittelalterlichen Wohngebäudes sind in der Nordecke des ruinösen Küchenbaues erhalten. Die Zwingermauer mit dem nach 1800 abgebrochenen Torturm gehört vermutlich ins 14. Jahrhundert. Einziges gut datierbares Gebäude ist die gotische Burgkapelle in der Vorburg, die aufgrund einer überlieferten Wappentafel in den Jahren um 1400 entstanden sein muß. Letzter Neubau ist das zweiflüglige Amtshaus mit Remise in der Vorburg. (T.St.)

Baubeschreibung:

Die halbrunde Kernburg ist noch klar erkennbar, obwohl von ihr nur noch der 1554 umgebaute und verlängerte "Krumme Bau" unter Dach ist. Erhalten sind außerdem der ruinöse Küchenbau, der Brunnen von 1567 und eine Zisterne. Ein Zwinger mit Wehrgang auf Spitzbogenfries umgab auf gleichem Grundriß die Kernburg, seine heutigen Zinnen sind modern. Der Zwinger mit das Tor flankierenden Schieß-scharten gehört vermutlich ins 14. Jahrhundert, wurde aber an der Südseite später bastionsartig verändert. Die Vorburg wird dominiert von der einen eigenen Baukörper darstellenden Burgkapelle, bestehend aus Saal und Chor, neu bedacht im Jahre 1947. Die Tortürme von Kernburg und Vorburg wurden nach 1800 abgetragen. Seitlich des Tores ein hufeisenförmiges Vorwerk unbekannten Alters. (T.St.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Eine archäologische Untersuchung durch das hessische Landesamt für Denkmalpflege legte 2008 die Südecke der Kernburg und das ursprüngliche Burgtor frei. Hierbei fielen keine Funde an.