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Fürstenau bei Michelstadt

Geschichte:

Die Burg wurde unrechtmäßig durch Erzbischof Gerhard von Mainz Ende des 13. Jahrhunderts auf dem Territorium der Schenken von Erbach errichtet. In einem Vertrag von 1300 ist von einem "unrecht-mäßigen Überbau" die Rede, der traditionell auf Fürstenau bezogen wird. Aufgrund weiterer schriftlicher Quellen lassen sich als Bauzeit die letzten fünf Jahre des 13. Jahrhunderts bestimmen. Den Schenken gelang 1355 der Erwerb der Burg als mainzisches Lehen. Fürstenau wurde von nun an einer der bevorzugten Wohnsitze der Schenken und Grafen von Erbach. Das Schloss gehört bis heute dem Grafenhaus Erbach-Fürstenau. (T.St.)

Bauentwicklung:

Die Burg war von Anfang an ein trapezförmiges Kastell mit vier runden Ecktürmen, von denen nur einer in voller Höhe erhalten ist. Als Innen-bebauung wurde ein turmartiges Steinhaus nachgewiesen, das im heutigen Baubestand nicht mehr erkennbar ist. Eine Vorburg ist bereits für die Frühzeit anzunehmen. Ab 1531 wurde der alte Südost-Turm der Kernburg durch den neuen "Roten Turm" ersetzt, 1588 die Kernburg durch Abbruch der Hofmauer geöffnet und dort der markante Schwibbogen errichtet. Dies bedeutete jedoch nicht die Entfestigung des Schlosses. Aufgrund der ununterbrochenen Residenzfunktionen erfolgte bis ins 19. Jahrhundert ständige Bautätigkeit, die die heutige Schlossanlage schuf. (T.St.)

Baubeschreibung:

Schloss Fürstenau besteht aus Kernburg, innerer und äußerer Vorburg sowie außerhalb gelegenen Nebengebäuden. Die Wassergräben wurden nach 1800 verfüllt. Die viertürmige Kernburg lässt ihren mittelalterlichen Kern noch klar erkennen. Seitlich des Schwibbogens wurden Reste des ursprünglichen Burgtores (noch ohne Zugbrücke) freigelegt.Von den vier Türmen geht allein der Uhrturm rechts vom Schwibbogen noch in voller Höhe in die Gründungszeit zurück, der mit seiner Renaissancebekrönung eindrucksvolle Rote Turm gehört gar erst ins 16. Jahrhundert. Die beiden Vorburgen sind durch Renaissance, Barock und sogar Klassizismus geprägt. Das klassizistische Neue Palais gegen-über der Kernburg nutzt den vormaligen Eckturm der Vorburg als Altan. Außerhalb der äußeren Vorburg befinden sich die Schlossmühle und ein barocker Pavillon. Die Gesamtanlage liegt in reizvoller Landschaft und wird von einem Englischen Garten begrenzt. (T.St.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Archäologische Befunde liegen nicht vor.