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Fuchsspitze

Geschichte:

Die Fuchsspitze wurde früher häufig als ursprünglicher Sitz der erstmals um 1150 genannten Familie von Dale angesprochen. Doch ist deren Stammburg in einer heute kaum noch sichtbaren Anlage auf der südlichen Lippeseite ziemlich exakt gegenüber des heutigen Hauses Dahl anzunehmen. Die historischen Hintergründe der "Fuchsspitze" bleiben ungeklärt. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Das Bodendenkmal der Befestigungsanlage Fuchsspitze/Burgstätte wird durch archäologische Fundstücke in das 12.-13. Jh. datiert. (T. B.)

Baubeschreibung:

Die Fuchsspitze ist eine längliche Erhebung, die sich parallel zur Lippe hinzieht. Zur Zeit der Ausgrabung 1897/98 hatte sie eine Größe von 50x20 m und war bis zu 5 m hoch erhalten. Zuvor muss der Hügel wesentlich größer gewesen sein und eine Höhe von etwa 10 m besessen haben. Ein Graben umgab die Anlage. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Motte.
Die südwestlich der Fuchsspitze gelegene Burgstätte war 30x15 m groß und mit einem vorgelagerten, 5-7 m breiten Wall umgeben. Bei den Ausgrabungen wurde ein 10x8 m großes Gebäude mit südöstlichem Annex angetroffen. Eventuell Hinweise auf einen Eisenschmelzofen. Beide Anlagen waren wohl gemeinsam von einer 120x80 m großen Wallanlage umschlossen. Wie sich bei einer Befliegung im trockenen Frühjahr 2011 ergab, war außer dem Wall noch ein dreifaches Grabensystem von max. 190x110 m Ausdehnung vorhanden. Die "Burgstätte" befand sich im östlichen Innenbereich des Grabensystems und stellte wohl die Hauptburg dar, da die "Fuchsspitze" offensichtlich außerhalb des inneren Grabens liegt. Außerdem konnten zwei unterkellerte Gebäude westlich der "Burgstätte" und weitere Bebauungsspuren erkannt werden. (T. B., S.E.)

Arch-Untersuchung/Funde:

1897-98 archäologische Grabungen durch Albert Baum; Funde Fuchsspitze: Metallfunde, Keramik u. a. Pingsdorfer Art und hochmittelalterliche Kugeltöpfe. Auch Waffenteile, zwei Silbermünzen, ein Griffel und ein Löffel aus Bronze.
Datierung: 12.-13. Jh. (T. B.)