EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Rodenberg a. d. Emscher

Geschichte:

Die Anfänge der Wasserburg Rodenberg an der Emscher reichen sehr wahrscheinlich bis in das ausgehende 13. Jh. zurück. Einen ersten Hinweis auf die Existenz einer Burg bietet die Nennung des Dietrich von Rodenberg im Jahr 1290. Bis um 1400 blieb die Burg als Lehen der Grafen von der Mark im Besitz dieser niederadeligen Familie. Auf dem Erbweg gelangte Rodenberg an die Familie Voß, die nach der Zerstörung des Anwesens im klevisch-märkischen Krieg nach 1422 das Herrenhaus neu errichtete. Zu Beginn des 18. Jh. gelangte Rodenberg an die Vogt von Elspe und 1796 erfolgte die Verpachtung an Gottfried von Steinen. Ab 1800 finden wir die Familie von Bodelschwingh-Plettenberg als Eigentümer der Anlage. Heute beherbergt die im Besitz der Stadt Dortmund befindliche, zwischen 1992 und 1996 aufwändig restaurierte Wasserburg Räume der Volkshochschule. (J.F.)

Bauentwicklung:

Bei der vollständig abgegangenen Hauptburg handelte es sich um einen zweistöckigen Zweiflügelbau mit einem vom Erdgeschoss aufgehenden Erker. Sehr wahrscheinlich verband eine Brücke Vor- und Hauptburginsel. Die Gebäude der Hauptburg stürzten 1810 ein und wurden abgetragen. 1676 erfolgte der Bau der Schlossmühle. In den Jahren 1680-1698 wurde die Gesamtanlage umgebaut und auf der Vorburginsel entstand die noch erhaltene Dreiflügelanlage mit hofseitigen Arkadenöffnungen im Obergeschoss und viereckigem Treppenturm. (J.F.; T.B.)

Baubeschreibung:

Bei dem Adelssitz Rodenberg an der Emscher handelte es sich ursprünglich um eine zweiteilige, aus Vor- und Hauptburg bestehende Wasserburg. Das Hauptgebäude ist vollständig abgegangen. Erhalten blieb die Vorburg, deren Baubestand im Wesentlichen in das ausgehende 17. Jh. datiert. Auf der rechteckigen Vorburginsel befindet sich ein zweigeschossiger Dreiflügelbau mit kurzen Seitentrakten, die in Fachwerk ausgeführt wurden. Die Mitte der hofseitigen Fassade des langgestreckten Hauptflügels wird durch einen quadratischen Treppenturm akzentuiert. Der dreigeschossige Turm zeichnet sich durch eine Welsche Haube mit Laterne sowie ein aufwendiges Portal und eine Wappentafel aus. Hofseitig verfügte der Hauptflügel im Obergeschoss über offene, jetzt teilweise verglaste, stichbogige Arkaden. (J.F.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Die Untersuchung der Kanalgräben und Wasserhebeanlagen Ende 1996, Anfang 1997 durch die Dortmunder Stadtarchäologie erbrachten vier Mauerbefunde, eine Pflasterung sowie Holzbalken wohl einer Pflasterung. Es wurden keine Funde entdeckt. Die Baubefunde gehören vermutlich zu Wirtschaftsgebäuden, die vor dem Neubau von Haus Rodenberg (Ende 18. Jh.) auf der Wirtschaftsinsel existierten.