Geschichte:
Erste Hinweise auf einen Adelssitz Crange im Besitz eines Dierk von Eickel stammen aus der Zeit um 1433. Im Jahr 1441 wird der Adelssitz als Anlage mit Vorburgen, Graben und Befestigungen bezeichnet. 1437 ist von Haus Crange als einem Lehen und Offenhaus Herzog Adolfs von Kleve, Graf von der Mark, die Rede. Als Baumeister ist Hinrich up dem Laer überliefert. Bis 1637 blieb das Haus im Besitz der Familie von Eickel, danach gelangte das Anwesen an die von Rump. Letzter adeliger Hausherr war von 1875 bis 1906 Reichsfreiherr von Landsberg-Velen zu Gemen. Danach traten verschiedene Wirtschaftsunternehmen als Eigentümer in Erscheinung bis die Stadt Herne 1992 das in einem schlechten Zustand befindliche Haus kaufte. 2002 mussten die einsturzgefährdeten Mauern abgerissen werden. Bis 2010 soll Haus Crange als "begehbare Ruine" gesichert sein. (T. B.)
Bauentwicklung:
Ende des 15. Jhs. wird die Burganlage als in ein "oberstes und nederstes Haus zum Crange" unterteilt beschrieben. 1484 wird eine von Derick van Eyckel gestiftete Kapelle erstmalig genannt. Auch ein Turm wird erwähnt. Evtl. gab es einen Vorgängerbau in Form einer Motte. Die Burganlage des späten Mittelalters wurde 1761 durch einen Brand zerstört und als Schloss über den gotischen Kellergewölben wieder aufgebaut. Auf einer Karte des 18. Jhs. wird die Burganlage als Kastell mit vier Ecktürmen dargestellt, westlich die Vorburg oder Motte, jeweils von einer Gräfte umgeben. Dazu gehören noch die Freiheit mit 20 Häusern und die Kirche. (T. B.)
Baubeschreibung:
Unklar ist, ob der 2002 niedergelegten und lediglich in Fundamentresten erhaltene Wasserburg Haus Crange eine vollständig abgegangene Motte vorausging. Mit der im Vorfeld gelegenen Freiheit Crange bildete Haus Crange eine Einheit. Zur Baugestalt der spätmittelalterlichen Anlage liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Im Gelände gut nachvollziehbar ist der trapezförmige Grundriss der Anlage. Eine kolorierte Postkarte aus der Zeit um 1900 zeigt die Wasserburg als eine mehrteilige, aus Herrenhaus, Torhaus und Wirtschaftsgebäuden bestehende Anlage. An das zweigeschossige Herrenhaus mit einfachem Walmdach schließt sich ein etwas niedriger Trakt mit dem Tor zum Innenhof an. Nach dem Abriss blieben 2002 lediglich die Fundamentreste der Wasserburg inmitten einer Wiese am Rande der ehemaligen Freiheit erhalten. (J.F.)
Arch-Untersuchung/Funde:
1996 Sondagen, die Mauerreste ohne datierende Funde erbrachten.