EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Wolbeck I

Geschichte:

1242 gründete der Münsteraner Bischof Ludolf von Holte Burg und Wigbold Wolbeck. Von einigen Forschern wird behauptet, dass sich an der Stelle der bischöflichen Burg eine Vorgängeranlage der Edlen von Meinhövel befunden hat. Seit 1243 dient die Burg als Hauptsitz des Amtes Wolbeck. 1381 und 1450 wird die Burg belagert und eingenommen. Nach 1588 trägt die Burg den Namen "Haus Wolbeck". 1761 wird sie im Siebenjährigen Krieg durch französische Truppen angegriffen und beschossen, weil sich englische Soldaten in ihr verschanzt haben. 1823 wird der Amtssitz in den Drostenhof (Wolbeck-II) verlagert, die Burg verliert ihre letzte Funktion. 1828 geht das Grundstück in die Hände der Familie Tripp über. (S.E.)

Bauentwicklung:

Zum Aussehen zur Gründungszeit lassen sich keine definitiven Aussagen treffen. Man kann aber vermuten, dass der im Plan von 1650 östlich des Bergfrieds eingetragene Gräftenarm diesen ursprünglich ganz umschlossen hatte. Die Ursprungsburg hätte somit aus einer Motte oder Turmburg mit Vorburg bestanden. Die Burg wird 1371/2 durch Bischof Florenz von Wevelinghofen erstmals umgebaut. Er lässt einen Bergfried errichten und Türme und Tore besser befestigen. Um 1650 wird die Burg ein letztes mal umgebaut, wobei strittig ist, wie weit die Umbaupläne tatsächlich verwirklicht wurden. Nach einem zu diesem Zeitpunkt entstandenen Grundriss war die Burg damals nur schwach befestigt. Auf der Südseite scheint keine Mauer existiert zu haben, sondern nur ein von einem Zaun abgetrenntes Wiesengelände. 1767 wird die Burg mit Ausnahme des Bergfrieds abgerissen. Zwischen 1767 und 1803 wird vermutlich das auf dem Urkataster im Bereich der ehemaligen Wirtschaftsgebäude und der östlichen Gräfte eingetragene Amtshaus erbaut. 1810 wird der Bergfried abgetragen. (S.E.)

Baubeschreibung:

Eine Beschreibung der Burg kann nur auf der Grundlage des Grundrisses von 1650 erfolgen, von den vorherigen Bauzuständen ist nichts sicher bekannt. Der Zugang erfolgte von Osten durch ein Torhaus. Das zweigeteilte Herrenhaus befand sich im Norden des Burgplatzes mit einem quadratischen Turm an der Nordostecke. Die Ostseite wird vom Torhaus und einem Bauhaus gebildet. An der Westseite steht abgesondert ein Nebengebäude (Hundezwinger, Remise, Wohnbau). Der Bergfried steht frei auf dem Burgplatz etwas nach Süden verrückt. Zwischen ihm und dem Bauhaus liegt ein Gräftenarm, der auf dem Grundriss als "Pferdeschwemme" bezeichnet wird. An der Nordwest- und Südostecke befinden sich zwei hölzerne Bastionen, die als "Blockhäuser" bezeichnet werden. Auf einer Skizze von 1761 sind zusätzlich eine Bastion auf der Nordseite und ein dreieckiger Torravelin auf der Ostseite abgebildet. Eine neue Mauer auf der Südseite bindet den Donjon ein. Neben diesem liegt ein weiterer Ravelin und im Westen eine Art Hornwerk. (S.E.)

Arch-Untersuchung/Funde:

1972 werden beim Bau eines Wohnhauses in 4-6 m Tiefe Eichenbalken und "diverse Gebrauchsgegenstände" geborgen. 1976 Freilegung des Burgbrunnens. (S.E.)