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Alsbacher Schloss

Geschichte:

Als Initiatoren des Burgenbaus zu Alsbach gelten die Herren von Bickenbach, die nach der Zerstörung ihrer Niederungsburg auf dem "Weilerhügel" vor 1254 (erste urkundliche Nennung) über Alsbach eine neue Burg in Spornlage erbauten. Zwei Urkunden von 1241 und 1245, in denen Schenkungen an Burgmannen thematisiert werden, deuten bereits auf die Existenz des Alsbacher Schlosses. Burg und Herrschaft Bickenbach waren Lehen der Abtei Lorsch und seit 1232 Lehen des Erzstifts Mainz. Seit dem 14. Jh. war das Alsbacher Schloss Sitz einer Ganerbschaft, an der 1357 bereits das Erzstift Mainz, die Schenken von Erbach, die Grafen von Rieneck sowie die Herren von Bickenbach beteiligt waren. Die Reichsstadt Frankfurt ließ die Burg, von der Räubereien der Ulner von Dieburg ausgegangen waren, 1463 niederbrennen. Später wurde die Anlage jedoch wiederhergestellt. Den Schenken von Erbach war es gelungen 1436 die Rienecker Anteile zu erwerben, den Mainzer Anteil als Lehen an sich zu bringen sowie die Anteile der Grafen von Mansfeld (1488) und der Herren von Kronberg (1502) zu kaufen. Im Jahr 1504 verloren die Erbacher die Burg im bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg jedoch an Hessen. Gemäß des Vertrages von 1510 verblieb Alsbach in hessischem Besitz. Ungeachtet dessen konnte die von Hohenfels-Reipoltskirchen, Leiningen-Rixingen und die Ulner von Dieburg teilweise noch Besitzanteile an der Burg bis ins 18. Jh. behaupten. Im 30jährigen Krieg noch bewohnt, verfiel das Alsbacher Schloss in der zweiten Hälfte des 17. Jhs. In der ersten Hälfte des 19. Jh. wurde die Burgruine restauriert; der Bergfried sowie die Flankentürme der Zwingermauer neue Zinnenkränze. Eine weitere Sanierung der Burg erfolgte 1968-70. (J.F.)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung der Burg ist bislang erst unzureichend erforscht worden. Vermutlich datieren die noch erhaltenen Teile der Kernburg, bestehend aus pologonaler Ringmauer und Bergfried sehr wahrscheinlich in die Gründungsphase der Burg ins zweite Viertel des 13. Jhs., während die Vor- und Hauptburg umgebende Zwingeranlage mit zwei dreiviertelrunden Flankentürmen an der südlichen Angriffsseite erst im 15./16. Jh. enstanden sein dürfte. Für das Jahr 1371 sind Burgmannenhäuser in der Vorburg bezeugt. Im Zuge einer Landfriedensaktion wird das Alsbacher Schloss von der Stadt Frankfurt 1463 zerstört ("Bickenbach ward gewonnen und ußgebrand"). 1558 wird die Burg als in Teilen baufällig bezeichnet. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jhs. Ruine, wurde die Anlage im zweiten Viertel des 19. Jhs. restauriert. Im Zuge dieser Maßnahmen erhielten der runde Bergfried sowie die Flankentürme der südlcihen Zwingermauer neue Zinnenkränze. Eine weitere Instandsetzung der Ruine erfolgte 1968-70. (J.F.)

Baubeschreibung:

Die auf einem Bergsorn gelegene zweiteilige Anlage besteht aus einer über unregelmäßigem Grundriss errichteten Hauptburg und der im Süden gelegenen Vorburg. Das gesamte Burgareal wird von einer Zwingermauer umgeben, die an der südlichen Angriffsseite zwei Schalentürme aufweist. Zusätzlich wird die Anlage durch den Halsgraben geschützt. Der Zugang zur Burg erfolgte offenbar um die Burg über einen Graben an der Westseite. Abgesehen von der Zwingermauer mit Flankentürmen (Zinnen 19. Jh.) blieben Teile der Vorburg-Ummauerung sowie die Ringmauer und der runde Bergfried in Frontlage erhalten. Die Wohngebäude der Ganerben bzw. Gemeiner des Alsbacher Schlosses lehnten sich unmittelbar an die Ringmauer an. Im zweiten Viertel des 19. Jh. erhielt der 19 m hohe runde Bergfried einen neuen Zinnenkranz. Der Zugang zum Turm erfolgt durch einen Hocheingang. Im Bereich der Vorburg befindet sich ein kleiner Gastronomiebetrieb. (J.F.)