Geschichte:
Ca. 1,5 km westlich des heutigen Stadkerns von Herten findet man das 1300 urkundlich genannte Haus Sienbeck und in unmittelbarer Nähe wurden die Reste einer Wallburg aus dem 10./11. Jh. entdeckt. Ein baugeschichtlicher Zusammenhang mit der Burganlage des 13. Jh./14. Jh. konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden.
Das ehemals wasserumwehrte Haus Sienbeck beherbergte zeitweise Ministeriale (Dienstadlige) des Benediktinerklosters (Essen-) Werden.
Der Name "Sienbeck" oder "Sickenbeck" soll darauf hinweisen, dass die Wassergräben der Burg aus einem Bach aus Sickerwasser gespeist wurden, der dem hohen Grundwasserspiegel geschuldet war.
Bereits 1280 wird Bernhard Crampe von der Syckenbeke erstmals genannt. 1335 übergab der kölnische Burgmann Dietrich von Sienbeck dem Kölner Erzbischof Walram von Jülich seine Burg Sienbeck und erhielt sie als Lehen zurück. Gleichzeitig übertrug er dem Erzbischof die Burg als Offenhaus. Dietrich erhielt 6 Mark jährlich aus der Grut in Recklinghausen, zahlbar jeweils am 11. November eines Jahres.
Auch sein Sohn Bernhard überträgt 1351 Sienbeck zu den gleichen Bedingungen an die Kölner Kirche. Seit 1306 besaß Haus Sienbeck einen Freistuhl. Die Stuhlherrschaft stand den Herren von Sienbeck bis 1360 zu und ging später auf die Besitzer des Hauses Herten über.
Um 1363 ging das Haus an Sander von Galen - jetzt zu Sienbeck - über. Ihm wird auch gemeinsam mit Rutger von der Horst, Dietrich von (Vlerike zu) Lüttinghoff und Burghard Stecke vom Grafen von der Mark die vestische Freigrafschaft übertragen, welche diese drei Jahre zuvor Bernd von Sickenbeck abgekauft hatten.
Die Erben der Familie von Galen behalten Sienbeck bis in das 15. Jh. hinein. 1485 wurde Hermann von Westerholt zu Haus Westerholt mit Haus Sienbeck belehnt. Er verzichtet allerdings 1490, auch im Namen seines Vaters, auf alle Ansprüche an Sienbeck. 1489 erfolgte allerdings ein Teilverkauf an die Eheleute Diederich Stecke und Elseke von Galen.
1603 versucht Philipp von Pöppinghausen zu Dortmund Sienbeck in seinen Besitz zu bringen. Er klagt gegen Wilhelm von Nesselrode zu Herten, Herr vom Stein, auf Duldung der Zwangsvollstreckung in das Gut Sienbeck auf Grund eines Darlehens von 600 Talern von Helmich Dobbe zu Vogelsang, für welches das Gut als Pfand galt. (R. Beusing)
Bauentwicklung:
Bei Ausgrabungen wurde Reste einer Wallburg aus dem 10./11. Jh. entdeckt. In einer Quelle aus der Zeit um 1400 wird möglicherweise ein Burgneubau erwähnt. (R. Beusing)
Baubeschreibung:
Bei einer Sondagegrabung konnten Hinweise darauf gefunden werden, dass es sich ursprünglich wohl ein Wohnturm, umgeben mit einem Wall und Graben gehandelt haben muss.
Um 1400 soll, darauf weisen schriftlich Quellen hin, wohl ein Neubau auf oder bei dem alten Turmhügel errichtet worden sein. (R. Beusing)
Arch-Untersuchung/Funde:
Sondage