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Löringhof

Geschichte:

Haus Löringhof wird erstmals 1243 in einer Urkunde genannt, in welcher Cunradus de Ludrinchove dem Kloster Flaesheim das südlich von Haus Löringhof gelegene Wenniger Bruch (Wennekine) und den Wald Lenninghausen (Lendrinchusen) verkaufte. 1411 geht Haus Löringhof in den Besitz des Hermann von Neyhem genannt de Cuyscher über. 1421 verkauft vor dem Freistuhl an der Loringhegge Hermann von Neyhem genannt de Cuyscher Haus Löringhof an Diederich Frydag van den Husen auf Haus Schörling.
Rotger Becker gibt dem Berthold Fradach thel Lörinckhove das Wiederkaufsrecht zu 24 rheinischen Goldgulden an dem 1 Goldgulden Jahrrente, die Rotger aus den Gütern Rupinck und Osthoff verkauft wurden.
1575 taucht der Name Nesa von Mechelen, Witwe Fridachs tom Lorinchoue in einem Dokument auf, welche im Namen ihres unmündigen Sohnes Dietrich mit ihrem Vetter Dirich van Westerem vom Gutacker eine Eigenhörige austauscht. Sie selbst gibt Trine Borcks, Tochter des seeligen Evert Borcks und seiner Ehefrau Else und erhält Else Winkelman, Tochter des selligen Johan Winkelmans und seiner Ehefrau Grete.
1755 verpachtet die Witwe von Boenen zu Berge das freyadelige Gut und die Oberhansische Korn- und Ölmühle. Der letzte Erbe der Familie, Maximilian von Böhnen, residierte bis zu seinem Tod im Jahr 1815 auf Schloss Löringhof. Im Anschluss wurde das Haus mit anderen Löringhofschen Gütern an den Grafen von Westerholt-Gysenberg vererbt. (R. Beusing)

Bauentwicklung:

Über die Bauentwicklung der Burg ist nichts Näheres bekannt. Ein bis in die jüngste Vergangenheit noch als Ruine erhaltenes renaissancezeitliches Schloss stammte aus dem 16./17. Jh. (R. Beusing)

Baubeschreibung:

Ein Grundriss zeigt den Zustand der Burganlage im Jahr 1825. Die mittelalterliche Anlage ist mehrfach umgebaut worden. So finden sich Umbauten aus den dem 16. sowie dem 17. und 18. Jh. Das Herrenhaus ist ein rechteckiger, zweigeschossiger Backsteinbau, dem in der Südostecke ein dreigeschossiger quadratischer Turm angebaut wurde.
Alte Fotoaufnahmen zeigen das Wasserschloss. Der zentrale Eingang befand sich im Nordwesten der Anlage und besaß eine Freitreppe und ein barockes Portal. Im nordöstlichen Teil des Kellers befand sich ein abgeflachtes Tonnengewölbe.
Der Turm besteht ebenfalls aus Backstein mit Eckquadern aus Sandstein. An seiner Südwestseite konnte man die zugemauerten ursprünglichen langrechteckigen Fenster, die in der Mittel waagerecht von Querstäben geteilt wurden, erkennen. In seinem Untergeschoss befinden sich noch Schießscharten.
Zu Beginn des letzen Jahrhunderts befand sich das Gut noch inmitten eines umfangreichen Hochwaldes, der rund 18 ha umfasste. Neben dem Schloss befand sich ein Bauerngehöft. (Ruth Beusing)