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Loe bei Drewer

Geschichte:

Bereits im 12. und 13. Jh. sind Namensvertreter derer von Loe in Urkunden erwähnt. So werden Walter von Loe (1180) und Gerhard von Loe (1200) namentlich genannt. Ob sie bereits in Verbindung mit dem Rittersitz Loe zu sehen sind, bleibt jedoch unsicher.
Die Wasserburg trug zunächst den Namen Strevelsloe und erst ab 1359 Haus Loe. Im Jahre 1378 wurde sie durch Wessel van Loe dem Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden als Offenhaus überschrieben. Er erhielt die Burg zugleich als erzbischöfliches Lehen. Die von Loe besaßen in der Umgebung der Burg umfangreichen Grundbesitz, darunter mehrere Bauernhöfe, einige Mühlen (z.B. die Loemühle, die Sickingmühle und eine Mühle im heutigen Alt-Marl) sowie auch das Schultengut Wermeling an der Lippe. 1395 übertrug auch Wessels Sohn Henrich von Loe zu Loe dem Erzbischof die Burg zum Offenhaus. Dessen Sohn Johan von Loe heiratete Elisabeth von Brüggenay, die die Dorneburg mit in die Ehe brachte. In der Folge teilte sich die Familie auf zwei Häuser: Johans gleichnamiger Erbsohn erhielt Haus Loe, während ein weiterer Erbsohn Walter die Dorneburg erhielt.
Im Laufe der Zeit gingen neben Haus Dornenberg auch andere Burgen in der Region an die Familie von Loe, diese waren Holte, Knippenberg, Steinhaus, Funderen, Wissen und Overdeick. Johann van den Loe kaufte 1461 für 9450 Gulden Schloss Wissen im Herzogtum Kleve, das seither der neue Stammsitz der Familie war. Der Herzog von Kleve erhob ihn dort in den Rang einer eigenen Herrschaft mit eigener Gerichtsbarkeit .
Nachdem die Familie Loe zu Haus Loe keinen männlichen Nachkommen mehr hatte, wurde der Familienname allein dadurch erhalten, dass im Jahre 1585 Mettel, die Tochter des Wolter van Loe, ihren Cousin, den Freiherrn Dietrich von Dorneburg-Loe aus Eickel, heiratete. Die Eheleute von Loe ließen sich durch den Baumeister Laurenz zwischen 1585 und 1617 eine neue Burganlage errichten, die auch im Urkataster (heute Ecke Rappaportstraße/Hagenstraße) verzeichnet ist.
1705 wurde Burg Loe und ihre Besitzungen an die Familie von Wiedenbrück verkauft, 1832 dann dem Freiherrn von Twickel, der sie jedoch 1833 bereits an Theodor Waldhausen aus Essen weiterverkaufte. Als letzter Besitzer erwarb 1863 der Herzog von Arenberg die Burg und ließ in der Folgezeit abreißen. (R. Beusing)

Bauentwicklung:

Über die ursprüngliche Wasserburg ist bisher wenig bekannt. Zwischen 1585 und 1617 wurde eine neue Schlossanlage errichtet. (R. Beusing)

Baubeschreibung:

Auf Karten des 19. Jh. (Urkataster und Grundsteuervermessung, 1824) ist Haus Loe verzeichnet. Im Zwickel von Hagenstraße und Rappaportstraße ist die Lage von Haus, Gräfte, Wällen, einem verbliebenen Gebäude auf der Vorburg, sowie von Obst- und Gemüsegarten markiert. Die Grundmauern des Bergfrieds aus dem 12. Jh. sollen als Fundament in dem zwischen 1585 und 1617 neu errichteten Herrenhaus erhalten geblieben sein. Das Burghaus wurde unmittelbar von einer breiten Gräfte umflossen, die Brücke zur Vorburg bildete sich aus einer Zugbrücke unmittelbar vor dem Eingang zum Herrenhaus, die an eine steinerne Bogenbrücke anschloss, um die breite Gräfte zu überspannen. Die Gräfte wurde von Erdwällen umsäumt.
Bei Ausgrabungen im Jahr 1968 konnte darüber hinaus ein Pfahlrostfundament freigelegt werden, welches in dem fortwährend durch die Gräfte umspülten, sumpfigen Gelände die Basis für die Kernburg bildete. (R. Beusing)

Arch-Untersuchung/Funde:

Archäologische Untersuchung im Jahr 1968 (?), Befundplan (http://wiki-de.genealogy.net/Haus_Loe_(Marl-Drewer), ohne Angabe von Literatur.