Geschichte:
Die frühe Geschichte von Haus Hove ist nicht bekannt. Erst am 2. April 1383 tritt ein Dietrich von Vondern, gen. von Hove, in einer Urkunde des Klosters Sterkrade als Siegelzeuge auf. Zehn Jahre später wird er bereits Dietrich von der Hove genannt, wohl um ihn von seinem verwandten Namensvetter auf der bedeutenderen Burg Vondern, die in unmittelbarer Nähe zu Haus Hove lag, zu unterscheiden. Da beide zusammen ebenfalls in einer Urkunde genannt werden, ist sicher, dass es sich dabei wirklich um zwei Personen handelte. Beide besaßen eigene Siegel. Ihr Wappenschild war jedoch gleich: Ein schreitender Löwe im oberen Bereich, im unteren zwei (später drei) Querbalken.
Von 1397 bis 1490 waren die von Hove zur Hälfte auch mit Hof Vondern belehnt. Bereits 1396 war Gysbert von der Hove durch Heirat auch in den Besitz von Länderen im Kirchspiel Westerfoort bei Arnheim gekommen, die mehr als 100 Jahre in Familienbesitz blieben.
Durch die Heirat Johanna von Hoves 1456 mit Konrad von Boenen, dem späteren Graf Westerholt-Gysenberg, gelangte die Familie auch an Haus Oberhausen. Ferner gehörte Haus Stein in Essen zu den Liegenschaften der Familie. Töchter heirateten in die adligen Häuser der von Ripshorst und von Bermen ein. Auch in den Klöstern Sterkrade, Fröndenberg und Marienkamp findet man Familienmitglieder. Adelheid von Hove brachte es in der Zeit von 1435 bis 1440 sogar bis zur Äbtissin des Klostern Sterkrade.
Heinrich von Hove, ein Ur-Urenkel des Dietrich von Vondern, wurde Drost im niederländischen Huissen. Er blieb zudem Lehnsnehmer des Hauses Hove. Sein gleichnamiger Sohn heiratete in die Adelsfamilie von Smulling zu Poelwijk bei Zevenaar ein. Auch weitere Nachkommen der von Hoves waren Amtmänner in Heuer mit Sitz in Isselburg. Sie behielten dennoch ihren Wohnsitz auf Haus Hove. 1692 heiratete die letzte Erbin von Hove, Albertina Johanna Maria, den Freiherrn Stephan Vinzenz Quadt Wickrath und zog mit ihm auf Schloss Hönneppel bei Kalkar. Haus Hove wurde fortan durch Verwalter bewirtschaftet. Im Laufe des 17. Jh. stieg die Verschuldung der Familie von Hove an und sie verloren den klevischen und kölnischen Landtagssitz, da der zweite Ehemann der Albertina von Quadt Wickrath nichtadeliger Herkunft war. 1709 musste die Familie von Hove das Haus aufgrund von Überschuldung in Pfandnutzung an Frau von Geyr abtreten, die es 1726 an den Grafen Johann Hermann Franz von Nesselrode-Landskron verkaufte. Zu dieser Zeit bestand das Anwesen noch aus Pfortenhaus, Wirtschaftshaus, Scheune, Brauhaus und zwei Mühlen, sowie den zugehörigen Gärten, Ländereien und Höfen (Kotten). 1733 verkaufte Graf Nesselrode-Landskron Haus Hove an seinen Schwager den Grafen Ferdinand Theodor von Merveld auf Haus Lembeck.
Mit dem Tod des zweiten Ehemanns Albertinas Otto von Hove (ehemals Bonenkamp) im Jahr 1737 war schließlich die Familie der von Hoves endgültig erloschen.
Der Graf von Merveldt schloss 1842 einen Kaufvertrag über Haus Hove mit Felix Droste zu Vischering von Nesselrode-Reichenstein ab. Ein Verkauf, der von den Erben Graf Mervelds später erfolgreich angefochten wurde, da er gegen den Fideikomiss der Familie verstieß.
1859 begann der Pächter von Haus Hove, Hermann Beckhoff, die Formsandgräberei auf dem Grundstück. Franz Steinhaus, der Pächter ab 1874 setzte dieses Geschäft fort. Der Abbau von Formsand sollte auf diesem Grund noch bis 1985 andauern. 1888 verkaufte Graf von Merfeld das Anwesen an Steinhaus. Im Besitz seiner Familie befindet es sich bis heute. Bei der Gebietsreform 1929 wurde das Gebiet Bottrop zugeschlagen. (R. Beusing)
Bauentwicklung:
Über die Bauentwicklung ist wenig bekannt. Das Anwesen wurde mehrmals im Verlauf kriegerischer Auseinandersetzungen zerstört. (R. Beusing)
Baubeschreibung:
Vom früheren Haus Hove ist kaum etwas erhalten geblieben. Es handelte sich um einen wasserumwehrten Rittersitz, dessen doppelte Gräfte aus dem kleinen Bach Kornbecke gespeist wurde, der auf dem Urkataster von 1822/23 noch zu sehen ist. Einer Aufstellung aus dem 17. Jh. nach bestand das Anwesen aus Pfortenhaus, Wirtschaftshaus, Scheune, Brauhaus und zwei Mühlen, sowie den zugehörigen Gärten, Ländereien und Höfen (Kotten). Vom Haupthaus sind lediglich Kellerreste mit Schießscharten erhalten geblieben, das Torhaus ist noch als Schutthügel erkennbar. (R. Beusing)