Geschichte:
Das Haus Grone gehörte vermutlich ursprünglich den 1151 erstmals genannten Edelherren von Ibbenbüren und ging - wie deren übriger Besitz - 1189 an die Grafen von Tecklenburg über. Erstmals wird es ausdrücklich aber erst 1234 erwähnt. Lehnsträger war zwar das Bistum Paderborn, doch übte es seine lehnsherrlichen Rechte schon sehr bald nicht mehr aus. Lehnsherren wurden stattdessen die Grafen von Tecklenburg. Seit ca. 1336 war es im Besitz der Familie von Langen. Ab dem beginnenden 15. Jh. befindet es sich im Besitz der sich nach dieser Anlage bezeichnenden Familie von Grothus, bis es zu Beginn des 18. Jhs. im Erbgang an die Familie von der Horst kam. Danach ging es an den Herzog von Arenberg. 1807 wurde das verfallene Haus auf Abbruch versteigert. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Nach einer Nachricht von 1713 ist 1629 das offenbar ursprünglich als Motte errichtete Haus Grone abgebrochen worden und auf der anderen Seite der Aa neu errichtet worden. 1807 wurde auch diese seit längerem verwahrloste Anlage abgebrochen, lediglich die Umfassungsmauern der Insel blieben in Teilen erhalten. Es folgte der Neubau des heutigen Hauses. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Mit der ursprünglichen Anlage dürfte ein mit einem Graben umgebener Hügel von ca. 25 m Durchmesser zu identifizieren sein, der im Norden vom heutigen Aaverlauf geschnitten wird. Das heute durch den Sportplatz überbaute frühneuzeitliche Herrenhaus wird auf einer Karte von 1749 als rechteckige, umgräftete Eininselanlage mit nordwestlich anschließendem Garten dargestellt. In einer Beschreibung der Anlage aus dem Jahr 1727 ist von einem Ober- und einem Unterplatz die Rede. Auf dem Oberplatz steht das zweiflügelige, unterkellerte Herrenhaus mit einem angebauten Turm, außerdem ein Brauhaus, Viehhaus und Stallungen. Der von einer Mauer umgebene Unterplatz beherbergt ein Torhaus und eine Reihe Schweineställe in Steinbauweise. Plan und Beschreibung weisen noch in weiteren Details voneinander ab, der Grund liegt möglicherweise in einem dazwischen liegenden Übergang von Vater zu Sohn in der Familie von der Horst. Der Sohn hat offensichtliche größere Umgestaltungsmaßnahmen ausgeführt, die sich ansonsten in den Quellen nicht niederschlagen. Das Haus Groner Allee 55 ist wahrscheinlich ein umgebautes Nebengebäude des Hauses Grone. Nördlich dieses Gebäudes befindet sich noch ein kurzes Stück einer massiven, mit Schießscharten ausgestatteten Sandsteinmauer.
Im Park von Haus Grone liegt eine kleine Gräfteninsel unbekannten Charakters, die im Nordosten von der Aa angeschnitten ist. Die Insel besitzt die Maße von ca. 12 x 14 m und ist von einem ca. 10 m breiten Graben umgeben. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
1931 konnten beim Bau des Ibbenbürener Sportplatzes Fundamente der frühneuzeitlichen Anlage beobachtet werden.