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Heisingen

Geschichte:

Die Siedlung Heisingen wird bereits im Jahre 801 als villa Hesingi urkundlich genannt. Es entstehen durch die Abtei Werden als Grundherr ein Herrenhof (Kofeld, der Name Heisingen erscheint erst in der Neuzeit) und ein Schultenhof (Ovendorp). Zu Beginn des 15. Jh. war der Hof Kofeld im Besitz der Ritterfamilie von Luttelnau und kommt 1458 an die Familie Stael von Holstein, die sich im Ruhrtal festsetzt und den Rittersitz bis zum Jahre 1709 innehat. Die Stael v . Holstein werden Amtsleute des Herzogs von Kleve, des Vogtes von Werden. Nach dem Aussterben der Familie kauft der Werdener Abt Coelestin von Geismar die Anlage, um sie zu einer Sommerresidenz der Werdener Äbte umzubauen. Nach der Säkularisation 1803 fällt Haus Heisingen an die preußische Regierung, bleibt Wohnung für den Pfarrer des Ortes und gehört seit den 1840er Jahren zur Zeche Wasserschneppe in der Nachbarschaft. Seit 1890 ist die Anlage in Privatbesitz und wird zu Wohnzwecken benutzt. (H. Kibbert)

Bauentwicklung:

Zur baulichen Entwicklung von Heisingen im Spätmittelalter sind nach derzeitigem Kenntnisstand keine zuverlässigen Angaben möglich. In den Schriftquellen ist noch bis weit ins 15. Jahrhundert nicht von der Burg sondern von dem "Hof" die Rede, so dass in der Literatur verschiedentlich behauptet wird, die Anlage habe nur über eine "leichte" Befestigung verfügt. Das heutige Erscheinungsbild ist Resultat baulicher Aktivitäten in nachmittelalterlicher Zeit. 1709 erfolgte der Ausbau zu einer Sommerresidenz der Äbte von Werden. Die Wirtschaftsgebäude datieren im Wesentlichen in das 18. und 19. Jahrhundert. Das heutige Haupttor weist einen Wappenstein mit Inschrift und Jahreszahl 1740 auf. Ein Rundturm, an der Nordwestecke der Anlage wurde 1779 abgebrochen. (J. Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die heutige Anlage hat eine etwa rechteckige Form von ca. 65 x 45 m und erstreckt sich in West-Ost-Richtung. Das Herrenhaus liegt an der Ostseite in Nord-Süd-Richtung über dem Steilhang zur Ruhr hinunter. Die übrige Anlage wird von einer Ringmauer umschlossen, deren Süd- und Westflügel mit den angebauten Wirtschaftsgebäuden des 18./19. Jh. zu Reihenhäusern umgebaut wurden. Das heutige Zugangstor zur Anlage trägt das Wappen des Abtes aus dem Jahre 1740. Das neben dem Tor liegende Torhaus stammt aus neuerer Zeit und steht auf den Fundamenten eines Rundturmes mit 6,20 m Durchmesser aus dem 16. Jh.. Das Herrenhaus von 29,50 x 9,50 m entstand wohl aus einem Wohnturm von 9,50 x 9,0 m, einem Westanbau, der später wieder abgebrochen wurde, und einem Neubau in heutiger Lage nach dem Erwerb durch den Abt Coelestin von 1709. (H. Kibbert)

Arch-Untersuchung/Funde:

Verschiedene archäologische Untersuchungen galten den Kellergeschossen des Herrenhauses, erbrachten aber keine endgültigen Ergebnisse. Es wurden im Hof Teile älterer Baustrukturen aus dem 15./16. Jh. und aus dem 12./13. Jh. gefunden.