Geschichte:
Nach der Gründung des Klosters Werden um 800 erhält der hl. Liudger Schenkungen von fränkischen Freien in Uviti. 820 schenkt der Edle Huntio der Abtei Werden 1 Morgen Land in Oefte. Das Kloster erhält Weiderechte und Triftberechtigungen für Schweine im Wald von Oefte. Mitte des 11. Jh. besteht ein kleiner Fronhofverband der Abtei Werden in Oefte. Das Gut ist Tafelgut des Abtes. Es wird Oberhof mit einem vom Kloster eingesetzten Schulten. Ab 1183 hören wir von Zeugen mit dem Nachnamen von Uvethe. Vermutlich wird man die Burggründung in das ausgehende 12. Jahrhundert setzen können. Die Herren von Oefte steigen in der zweiten Hälfte des 13. Jh. in die Ritterschaft auf und werden Ministeriale der Abtei und der Grafen von der Mark. Oefte wird 1377 erstmals beschrieben als: "slot und huys zu Oeftemit graven, mit vorburge ind mit portzen, so wie id geleigen is mit alle synre vestingen". Die Gebrüder Heinrich und Engelbert von Oefte werden nach 1374 Raubritter vor allem gegen Kölner Kaufleute bis zum Westfälischen Landfrieden von 1393. Eberhard kommt dabei 1391 zu Tode. Heinrichs Enkel Berns stirbt kinderlos 1453. Der Besitz Oefte geht an seine beiden Schwestern und damit an die Familien v. Uhlenbroich und von Eller. 1575 wird Oefte wieder in einer Hand vereint, unter Gerhard von Eller. Der Besitz geht 1651 an Ferdinand Ernst von Erwitte, 1654 an die v. Doornick, 1736 an die v. Dalwigk, 1796 an v. Vincke und 1818 an v.d. Schulenburg-Wolfsburg. 1940 ging Oefte an die Firma Hydrierwerk Scholven AG in Gelsenkirchen-Buer, deren Nachfolger der Konzern E.ON AG in Essen ist. Das Gebäude und Gelände sind vom Essener Golfclub Haus Oefte gepachtet. (H. Kibbert)
Bauentwicklung:
Der ehemalige Fron- und Oberhof entwickelte sehr wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zu einer Burg. Unklar ist, ob es sich um einen Wohnturm gehandelt hat. Alte Baureste sind angeblich nur noch in einem Teil der Kellergewölbe zu finden. Ein grundlegender Umbau fand unter von der Schulenburg statt, eine neue Vorburg wurde angelegt, die alte abgerissen, der Graben verfüllt. Der ehemalige Wassergraben wurde bei den Restaurierungsarbeiten nach 2007 wieder sichtbar gemacht, wenn auch ohne Wasser. (H. Kibbert)
Baubeschreibung:
Das Herrenhaus besteht aus einem langgestreckten rechteckigen, zweigeschossigen Bau mit Satteldach und einem eingestellten quadratischen Bergfried in der Mitte der Vorderseite, zu dem eine Steinbrücke über den trockenen Graben führt. Der Turm hat einen Zinnenkranz auf Bogenfries sowie ein innen aufgesetztes Pyramidendach. An der südlichen Giebelwand hängt ein schwerer zweigeschossiger Erker unter dem Treppengiebel. An den Ecken des Daches sitzen quadratische Wächterhäuschen. Die östliche Giebelwand zeigt einen Quergiebel. (H. Kibbert)