EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Nyék vára

Geschichte:

Die Burganlage taucht in den Schriftquellen erst 1315 auf, als Besitz von János, Sohn des berühmten Oligarchen Henrik Koszegi. König Karl Robert von Anjou nahm die Befestigung 1316 durch Belagerung ein und gab sie als Tauschobjekt den Söhnen von István aus dem Geschlecht Csák zurück. Die von ihnen abstammende Familie Dombai besaß die Burg bis zum Ende des Mittelalters. Nach einer Vereinbarung unter den Familienmitgliedern aus dem Jahre 1523 sollte János Dombai "edificia pro se competentia, ne portio edificis vacua maneat" bauen 1557 wird Nyék als eine, durch den Osmanen zerstörten Anlage erwähnt, die genauere Zeit ihrer Auflassung ist aber nicht bekannt (Istvan Feld)

Bauentwicklung:

Die auf dem nördlichen Teil einer mehrteiligen bronzezeitlichen Befestigung errichtete mittelalterliche Anlage des 13. Jhs. Bestand aufgrund der bisherigen Forschungen aus der auf dem höchsten Punkt der Umgebung erbauten ovalen Kernburg mit einer Ausdehnung von 9,5 x 20 m, sowie aus einer umgekehrten U-förmigen Vorburg. Die Vorburg lag auf einer 8 m tiefer gelegenen Terrasse vor der Nordseite der Hauptburg. Die Kernburg besass eine ein Meter starke Umfassungsmauer aus Ziegeln. Das einzige bekannte Gebäude der Burg, ein 4 x 7 m grosses Haus (Turm?), stand in der NW-Ecke. Südlich davon wurde eine Zisterne identiziert, die schon auch im 13. Jh. im Gebrauch war. Die Funktion der entlang der Ostmauer, an ihrer Westseite freigeleten Pfostenloch(reihe?) konnte nicht festgestellt werden. Archäologische Hinweise auf spätere Umbauten wurden unter den gegeben Verhältnissen - auf die meisten Mauerzüge wiesen nur die Fundamentgruben hin - nicht gefunden. Ein ein kleines Architekturteil, das Renaissance-Motive aufweist spricht dafür, dass die um 1520 schriftlich überlieferten Bauarbeiten ausgeführt wurden. Die Kernburg war auf der Ost- und Westseite durch einen Wall, der am äusseren Rand eines Grabens gelegen war, gesichert. Nach Norden umgab der Graben die Vorburg. In dem Vorburggelände konnte ein Pfostenbau aus der Zeit um 1500 nachgewiesen werden. (Istvan Feld)

Baubeschreibung:

Die Burg befindet sich auf dem nördlichen Ausläufer eines, sich südwestlich vom Sió-Fluss erstreckenden, N-S-gerichteten länglichen Hügelrückens. Der schmale Rücken ist im Süden mehrmals durch Gräben unbekannten Ursprungs (bronzezeitlich?) quer durchgeschnitten. Die mittelalterliche Kernburg erscheint heute als ein kleiner Hügel, umgeben von drei Steiten von einem tiefen Graben, Reste von Bauten sind hier schon nicht aufzufinden. Das bezieht sich auch auf die halbovale Terasse der Vorburg, wo verschieden Gruden auf die neuzeitlichen Störungen – darunter Kanonenstellen des 2. Weltkrieges – hinweisen (Istvan Feld)

Arch-Untersuchung/Funde:

In der Burg fand erstmals 1934 eine kleine Grabung statt (J. Csalogovits). Dann arbeitete hier zwischen 1981 und 1984 Zs. Miklós. Die Kernburg wurde fast vollständig ausgraben und die Vorburg mit mehreren Sonden angeschnitten. Auf dem sehr gestörten Gebiet klärte die Grabung vor allem die Grundrissdisposition der Kernburg und man legte die mehr als 13 m tiefe Zisterne frei, die besonders reiches Fundmaterial barg. Nördlich bzw. westlich der Kernburg untersuchte man vor allem das Wall- bzw. Palisaden-System und die Innenbebauun der Vorburg. Im Zuge der Grabung wurden auch die südlich liegenden urzeitlichen Befestigungen angeschnitten. Das ausführlich bearbeitete und publizierte Fundmaterial besteht vor allem aus Keramik, so aus Töpfen, Kannen, Schalen und Bechern des 13-15. Jhs,, aus Kachelkeramik aus dem 15. Jh., Ferner kamen Glasgefässbruchstücke, sowie besonders viele Metalgegenstände - darunter viele Messer und Pfeilspitzen - ans Tageslicht. (Istvan Feld)