EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Fejérko

Geschichte:

Der auf das Baumaterial hindeutende Name "Fejérko" (= weißer Stein) kommt - nicht als eine direkte Burgbenennung, sondern nur als geografischer Name - erstmals 1328 vor. 1409 wird dann in der Gemarkung von Sámsonháza ein "locus castri Feyerkw", also eine aufgelassene Burgstelle erwähnt. Die Umgebung gehörte in der 2. Hälfte des 13. Jhs. Einer Adelsfamilie unbekannter Ursprungs. Mitglieder der drei bekannten Generationen - u. a. der 1290 erwähnte Samson - kommen als Initiatoren des Burggenbaus in Frage. Über das 14. Jh. schweigen die Quellen. Die Besitzer des Dorfes Sámsonháza im 15. Jh.,, die Familie Kókai, könnte allerdings der erwähnten Adelsfamilie entstammen. Es sind keine Schriftquellen bekannt, die den Aufenthalt der hussitischen Krieger um Mitte des 15. Jhs. Auf der Burg belegen. (Istvan Feld)

Bauentwicklung:

Nach den bisherigen archäologischen Forschungen stand auf dem Berg in der 2. Hälfte des 13. Jhs. Zuerst eine mit Palisaden umwehrte Befestigung, die in einer zweiten Bauphase durch einen steinere Anlage erstetzt wurde. Die auf dem Plateu errichtete ovale Kernburg mit einer Ausdehnung von 40 X 25 m bestand aus einem etwas gebogenen, mehrstöckigen Wohnbau im Nordwesten, sowie aus weiteren westlichen Bauten mit einer Zisterne. Das Burgtor ist im Südwesten zu vermuten. Später entstand auf der Ost- bzw. der Südseite des Plateaus auf einem niedrigeren Niveau eine Zwingeranlage. Es ist aber noch nicht klar, ob es hier um eine Bauphase oder um eine Bauperiode geht. Die Burg wurde am Anfang des 14. Jhs. Aufgelassen. Hinweise auf eine spätere Bautätigkeit fehlen. (Istvan Feld)

Baubeschreibung:

Auf der Nordkuppe des 299 m hohen, aus dem Tal des Flusses Kis-Zagyva herausragenden Berges stehen heute nur im Norden höhere Mauerteile des einstigen Wohntraktes aufrecht. Sie weisen Reste von Öffnungen und Balkenlochreihen auf. Im Westen ist die Zisterne aufzufinden und im Süden haben sich geringe Mauerreste erhalten. Ferner ist eine schlichte, grabenumwehrte Vorburg auszumachen. (Istvan Feld).

Arch-Untersuchung/Funde:

2004-2005 führte in der Burg M. Rácz eine Grabung durch. Mit seinen vier Sondagen bekam er einen Querschnitt des ganzen Geländes. Er konnte damit die Grundrissdisposition und die Schichtenverhältnisse klären und Pfostenlöcher der vemuteten ersten Bauperiode, sowie noch nicht näher identifizierbaren Trockenmauerreste nachweisen. Das spärliche Fundmaterial stammt vorwiegend aus dem 13. Jh. Im Süden traf man auch auf Keramik- und Eisengegenstände aus dem 15. Jh., sowie auf eine Münze des Königs Wladislaw I. (1440-1444). Diese letzterwähnte Funde sind archäologische Beweise einer wahrscheinlich kurzen hiesigen Stationierung der hussitischen Kriegern um Mitte des 15. Jhs auf der Burg. (Istvan Feld)