EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Zagyvafo

Geschichte:

Den bekannten familien- und besitzgeschichtlichen Angaben nach gehörte die Umgebung des einstigen Dorfes Zagyvaróna (heute ein Stadtteil von Salgótarján) schon um 1300 einem Zweig des Herrengeschlechtes Kacsics. Die Familie, die sich nach der Burg benannte, kommt in den Urkunden zuerst 1342 vor. Die erste Erwähnung der Burg selbst stammt aus dem Jahre 1426. In diesem Jahr erlosch die Besitzerfamilie. Ihre ehemaligen Besitztungen wurden vom König mehrmals verpfändet. Die Burg selbst war 1434 schon verlassen worden. So konnten sich 1457 hussitische Krieger in die Befestigung einquartieren. Sie besaßen die Burg bis 1460, als König Matthias Corvinus selbst die erfolgreiche Belagerung um die Befestigungsanlage anführte. Nach der chronikalischen Überlieferung wurde die Anlage zerstört. 1478 ist das "castrum desertum Zaghwafew" erwähnt. Später kommt die Burg in den Quellen mehr nicht vor. (Istvan Feld)

Bauentwicklung:

Nach Ausweis der Grabungen wurde die erste Burganlage schon um 1300 errichtet. Sie bestand aus einem einzigen, im Westteil des Bergplateaus errichteten 10 x 10 m großen quadratischen Turm, der wahrscheinlich nur durch eine Palisade geschützt war. In einer zweiten - zeitlich nicht genau einzugrenzenden - Bauperiode wurde am Plateurand eine steinerne Umfassungsmauer erbaut. So entstand ein 35 x 20 m große, fast regelmäßige Burganalge. Im Osten befand sich ein am den Turm anschließendes L-förmiges Wohngebäude sowie eine Zisterne. Aus der Zeit der hussitischen Besetzung stammt das kleine, palisadumwehrte Vorwerk am Westhang des Burghügels, das vor der Grabung noch als ein möglicher Vorgängerbau der Burg gedeutet wurde. Das Fundmaterial spricht für eine Besiedlung die auch nach 1460 andauerte. (Istvan Feld)

Baubeschreibung:

Auf dem ovalen, flachen Plateau des sich über das ehemailige Dorf Zagyvaróna (heute Ortsteil der Bezirkhauptstadt Salgótarján) erhebt, sind kaum Reste aufgehenden Mauerwerks zu sehen. Etwa 6-8 m unterhalb des Burgberges läuft ein breiter und tiefer Graben um die Kernburg herum. Die hügelartige, 12 x 7 m große Erhebung des ebenfalls mit Graben umwehrte Vorwerkanlage ist am westlichen Hang zu identifizieren. (Istvan Feld)

Arch-Untersuchung/Funde:

Auf dem Hügelplateau und im westlichen Vorwerk führten 1988-89 K. Bodnár und J. Cabello eine Grabung durch, die wichtige Angaben über die früher unbekannte Baudisposition, wie auch über ihre Chronologie erbrachte. Die Gebäudereste wurden nicht komplett freigelegt, so ist u.a. Der Eingang der Burg noch nicht bekannt. Der Großteil des Fundmaterials - zum Teil bemalte Keramik, Topfkacheln, Waffen, Pferdegerüst, Handwerkzeuge - stammt aus dem 15. Jh.. Die älteren Funde datieren ins späte 13. und ins frühe 14. Jh. (Istvan Feld)