EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Óvár

Geschichte:

Mittelalterliche Schriftquellen zu der mächtigen Burganlage im westlichen Mátra-Gebirges fehlen. Die Besitzer dieses Gebietes waren zu dieser Zeit wahrscheinlich mit der der nahe liegenden Burg Ágasvár identisch. Ágasvár wurde 1265 vom König dem Herrengeschlecht Rátót geschenkt und im 15. Jh. wird schon als Ruine erwähnt. (Istvan Feld)

Bauentwicklung:

Mangels archäologischer Grabungen sützten sich die Informationen über die Burg lediglich auf Streufunde bzw. auf. Bzw. auf Analogien. So soll die dreiteilige Wallanlage vom Volk der spätbronzezeitlichen Kyjatice-Kultur errichtet worden sein. Die Wallkrone der Oberen Burg erhielt später - wahrscheinlich schon im Mittelalter, da der Gebrauch von gemörtelter Steinmauer auf diesem Gebiet vor der ungarischen Staatsgründung unbekannt ist - eine steinerne Burgmauer von 1370 m Länge. Damit wäre diese Befestigung die größte mittelalterliche Burganlage des Landes gewesen. Mittelalterliches Fundmaterial ist aus der Burg noch nicht bekannt. Im Osten hatte man aber bei den Maurerarbeiten einen Mühlstein verwendet. Es ist möglich, dass die mittelalterliche Wiederverwendung des urzeitlichen Burgwalles noch vor der Mitte des 13. Jhs., vielleicht noch im 12. Jh. (oder noch früher?) geschah. Es soll um eine königliche Anlage handeln. An ihrer Stelle trat vielleicht später die in ihrer Nähe erbaute Burg Ágasvár. (Istvan Feld)

Baubeschreibung:

Der 753 m hohe und breite Óvár-Berg befindet ist im Westteil des Mátra-Gebirges. Die näheste Siedlung ist das südlich liegende Mátrakeresztes. Zum Burgenbau war der nicht besonders steile, heute mit Wald und Wiese bedeckte Osthang geeignet. Die etwa dreieckige Obere Burg nimmt mit ihrer Ausdehnung von 550 X 320 m den höchsten Punkt ein. Auf ihrem breiten und hohen, aus Erde und Steinreich angehauften Wall trifft man oft auf Reste einer aus grösseren Steinblöcken errichteten, etwa 1,5 m breiten, gemörtelten Mauer. An der Ostseite sind Spuren von zwei Toranlagen zu erkennnen. Die Wälle der wesentlich tiefer liegenden, mächtigeren Unteren Burg (880 X 450 m) bilden die direkte Fortsetzung des West- bzw. Nordwalles der Oberen Burg. Sie haben auch zwei Eingänge im Norden wie auch im Süden. Innerhalb des Ostwalles befinden sich mehere Terrassen, sowie drei Quellen, deren Wasserlauf den Wall durchbricht. Der dritte, kleinste Burgteil (200 X 50 m) nimmt eine Bergspitze ein, die sich westlich an die Obere Burg anschließt. (Istvan Feld)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen fanden in der, von der Fachliteratur sonst eingehend behandelte Burganlage noch nicht statt. Streufunde bestehen aus der typischen Keramik der spätbronzezeiltichen Kyjatice-Kultur. Mittelalterliche Funde kennen wir nicht. (Istvan Feld)