Geschichte:
Der Überlieferung nach hat sich der Vorgänger des Adelssitzes Dahl (Gemeinde Selm) südlich der Lippe befunden. Vermutet wurde, dass die Reste der sog. Burgstätte (Gemeinde Datteln) diese Vorgängeranlage markieren, doch sprechen gute Gründe dafür, diese bislang unbekannte Burgstelle in der Lippeniederung mit dem älteren Haus Dahl gleichzusetzen, das zuerst in einer Aufzeichnung der Besitzungen der Grafen von Dale um 1188 als "Castrum Dale" erwähnt wird. Neben diversen Besitzungen der Grafen von Dale werden die "curia de Dalen" sowie ein "Vorwerk de Dalen" zu Beginn der Aufzeichnungen genannt. Es ist davon auszugehen, dass sich die Burganlage in nicht allzu weiter Entfernung von diesen Besitzschwerpunkten befunden hat. Während der Hof Forck in der Heimatliteratur mit dem Vorwerk von 1188 identifiziert wird und auch später noch die Fährverbindung über die Lippe auf diesen Hof ausgerichtet war, könnte der wenig entfernte Schultenhof Renstringhausen, der ursprünglich zu Dahl gehört haben soll, mit dem Oberhof Dahl gleichzusetzen sein. Beide Höfe umgeben die zweiteilige Wallanlage, die demzufolge sehr viel stärker auf die Höfegruppe ausgerichtet gewesen wäre als die nördlich davon gelegene Burgstätte. Westlich der genannten Dahler Höfe schloss sich die Dahler Heide an, wohl ebenfalls benannt nach dem älteren Haus Dahl.
Die Annahme, dass Dahl Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechtes gewesen sei, ist nicht ohne Einwände geblieben, da auch ein Ministerialengeschlecht dieses Namens seit 1092 im Raum Selm belegt ist. Zumindest in späterer Zeit waren diese Dienstleute auf Dahl ansässig, und von ihnen erwarben die Herren von Münster-Meinhövel zu Botzlar um 1300 durch Einheirat die Burg. Ihrer Initiative wird die Umsiedlung auf das nördliche Lippeufer zugeschrieben. (Katharina Kneppe)
Bauentwicklung:
Bei der vollständig abgegangen namenlosen Burg handelt es sich sehr wahrscheinlich um den Stammsitz der Edelherren von Dahl. In den Schrifquellen ist bereits 1188 von dem "Castrum Dale" die Rede, so dass die Anlage zu den hochmittelalterlichen Dynastenburgen zu zählen ist. Spätestens im 14. Jahrhundert fiel die Niederungsburg wüst. (Jens Friedhoff)
Baubeschreibung:
Die Anlage besaß Vor- und Hauptburg, wie aus der digitalen Geländeaufnahme deutlich wird.
Gräben sind durch hellere Verfärbung erkennbar, doch war eine nähere Begehung nicht möglich. (Katharina Kneppe)