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Schörling

Geschichte:

Der erste Nachweis für die Existenz des vollständig abgegangenen Hauses Schörling gehört in das Jahr 1329, als Gottfried von "Scorlingh" als Urkundenzeuge genannt wird. 1382 wird Dietrich Frydag als Besitzer genannt. Über eine Erbtochter gelangte Schörling 1547 an die Familie von Lipperheide, nachfolgend 1649 wieder an die Familie Fridag und 1694 an die Familie von Bodelschwingh zu Ickern, deren Rentmeister auf Schörling lebten. Ickern und Schörling kamen zuletzt an die zu Inn- und Knyphausen, die bis in jüngste Zeit über Reste des Besitzes in Waltrop verfügt haben.
1417 wird berichtet, dass Schörling zuvor eine Zeitlang wüst gelegen habe. Gottschalk von Schörling, bei dem es sich vermutlich um den letzten seines Stammes gehandelt hat, hatte einen Totschlag begangen und war nachfolgend vertrieben worden. Da Schörling bereits 1382 im Besitz des Dietrich Frydag war, könnte die märkisch-kölnische Fehde um 1380 den Hintergrund abgegeben haben für die Vertreibung der Familie Schörling von Haus Schörling.
Haus Schörling war zumindest seit dem 15. Jh. lehensabhängig von den Grafen von der Mark, die den Vogedinghof im Dorf Waltrop besaßen und ihn 1401 an die Besitzer der Häuser Schörling und Ickern weiter verlehnten. Auf Grund dieses Hofes waren die Petruskirche wie auch sämtliche Hausstellen des Dorfes Waltrop entstanden, so dass sich die Besitzer von Schörling und Ickern die Einnahmen von den Grundstücken und aus der Gerichtsbarkeit als Dorfherren teilten. Weitere wichtige Lehen des Hauses Schörling waren die Hofverbände Abdinghof und Hofstede, die von der Abtei Werden und der kölnischen Abtei Siegburg zu Lehen gingen, etwa 50 abhängige Höfe.
Zwischen 1756 und 1763 wurde Schörling im Siebenjährigen Krieg zerstört, und nachfolgend als einfaches Wohnhaus wieder aufgebaut. Die Besitzer, die selbst nicht mehr dort wohnten, sondern den Besitz seit 1694 von einem Rentmeister verwalten ließen, haben im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts große Teile des zugehörigen Besitzes verkauft und verpachtet. Zwischen 1807 und 1817 wurde in den Gebäuden eine Baumwollspinnerei untergebracht, um 1820 die Gebäude beseitigt bis auf eine Scheune, die wie Försterei und Schafstall in Entfernung vom Gut lag. (Katharina Kneppe)

Bauentwicklung:

Der Aufbau der im siebenjährigen Krieg zerstörten, wohl in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts datierenden Anlage ist nicht bekannt. Um 1790 bestand Schörling aus einer Zweiinselanlage mit einem großen Gebäude auf der südlichen Hauptburg sowie zwei langgestreckten, winklig zusammenstoßenden Nebengebäuden (sog. Bauhaus). Es war von der Hauptstraße, die durch das Dorf Waltrop führte, über einen abzweigenden Stichweg zu erreichen. (Katharina Kneppe)

Baubeschreibung:

Von der nach Ausweis der Schriftquellen wohl in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts datierenden Wasserburg haben sich oberirdisch keine Baureste erhalten. Vermutlich hatte die Anlage einen runden Gesamtgrundriss. Nach der Zerstörung im Siebenjährigen Krieg entstand auf dem Burgplatz ein schlichtes Wohnhaus. (Jens Friedhoff)