Geschichte:
Erst 1979 wurden im Waldgebiet des Hofes Berkel die Reste einer hochmittelalterlichen (?) Burganlage entdeckt, die aus Vor- und Hauptburg und einem umfangreichen Gräftensystem besteht. Da sie von jeher zum kölnischen Amtshaus Horneburg gehörte, das sich aus der spätmittelalterlichen Burg Horneburg entwickelt hat, sprechen gute Gründe dafür, dass beide Burgen in engem Zusammenhang zueinander gestanden haben. Die Horneburg spielte in den märkisch-kölnischen Auseinandersetzungen 1377 und 1381 eine wesentliche Rolle. Ihre Besitzer, die Familie von Hardenstein, sowie zahlreiche umliegende Burgherren hatten sich den Grafen von der Mark angeschlossen und wurden von Erzbischof Friedrich von Köln mit Hilfe des Adeligen Heidenreich von Oer 1377 und 1381 besiegt. Kurz nach 1377 begann der erzbischöfliche Helfer Heidenreich von Oer mit dem Ausbau der Burg Horneburg zum eigenen Stammsitz und der Anlage einer Burgfreiheit. Bereits damals dürfte die nahe Burg am Breitmühlenbach nicht mehr bestanden und dem Burgsitz Horneburg zugelegt worden sein, um ihren erneuten Aufbau zu verhindern. Für diese Annahme spricht, dass das Gelände um die Turmhügelburg bereits 1430 (und noch 1790 ) als Fischteich diente, also damals bereits nicht mehr militärisch genutzt wurde.
Als Besitzer sind die Ritter von Berge anzunehmen, die im Kirchspiel Datteln reich begütert waren und deren Stammsitz bislang nicht bekannt war. Da sie wie der Großteil der Ritterschaft im östlichen Vest Recklinghausen der antikölnischen Koalition zugehört haben dürften, wurde ihnen der Wiederaufbau ihrer Stammburg unmöglich gemacht durch Vergabe an Heidenreich von Oer. 1381 kauften und bezogen sie deshalb die Schwakenburg östlich von Datteln. (Katharina Kneppe)
Bauentwicklung:
Vermutlich handelt es sich bei der als Motte anszusprechenden Anlage um eine hochmittelalterliche Burg, die bereits frühzeitig am Ende des 14. Jahrhunderts aufgegeben wurde und wüst fiel. (Jens Friedhoff)
Baubeschreibung:
Die Burg liegt in einem bewaldeten unwegsamen Quellbereich. Der Turmhügel, direkt am Bachlauf, wird von einer breiten Gräfte und im Osten von einem Wall umschlossen und besitzt eine Höhe von 4 m bei einem Durchmesser von 35-40 m. Die nach Westen vorgelagerte Vorburg war mit Wall und Graben umgeben, ist aber stark umgeformt durch die lange Nutzung als Fischteich. Im siebenjährigen Krieg (1756-63) wurde hier von englischen Truppen ein Lager angelegt. (Katharina Kneppe)