Geschichte:
Im Gebiet des Essener Stadtteils Bredeney gab es seit etwa 800 die Herrschaft "Welanaie" (Walleney) mit den Höfen Ober- und Niederwalleney. Die Bezeichnung "Scure" (Schuir) für dieses Gebiet wird erstmalig um die Mitte des 13. Jahrhunderts verwendet. Die Bezeichnung leitet sich von "Scheuer, Scheune, Schutz" ab.
In Köln ist ein Rittergeschlecht "Schuren, ex horreo" im letzten Viertel des 12. und im 13. und 14. Jahrhundert belegt. Nach Lacomblet ist "Karl von Schure", Bürger zu Köln, 1180 belegt. Die Familie verzweigt sich in das Clevische und Märkische.
Die Familie von Schüren entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer der einflussreichsten Ministerialengeschlechter der Abtei Werden. 1350 erfolgt die erste Belehnung eines "Wulfhardt van der Schüren" als Lehnsmann des Werdener Abtes mit den Höfen Oberschuir, Niederschuir und Walleney. Hier wird erstmalig Niederschuir genannt, der Sitz der Familie von Schuir. Sie erwerben das Amt des Mundschenken des Abtes von Werden um 1500. Eine letzte Belehnung datiert 1575 an "Ewert von Schüren", mit ihm stirbt vor 1582 die Familie in Schuir aus. Das Haus kommt an die von der Hoven, dann an die von Quadt-Landskron (1606) und Quadt-Wickrath (1608). Diese verkaufen das Haus wieder 1664 und 1682 an den Abt von Werden. 1792 ließ Abt Bernhard II. von Werden abseits des alten Rittersitzes eine Sommerresidenz erbauen, das heutige Haus Schuir (leerstehend, 2011). (Horst Kibbert)
Bauentwicklung:
Das adlige Haus Schuir lag am Schuirbach in einem aufgestauten Teich, der sich im Laufe der Zeit in ein Sumpfgelände verwandelte. In einer Lagekarte aus den Jahren 1788/91 wird Schuir als Wasserschloss eingezeichnet, umgeben von Vorburg und Gartenanlagen. Nur das Herrenhaus steht im Wasser. Im Urkataster des Jahres 1821 steht vom Haus Schuir nur noch ein Drittel des Herrenhauses, vielleicht ein alter Wohnturm (?). Alle oberirdischen Mauern wurden mit der Zeit abgebrochen, nur die Fundamente des Herrenhauses stecken noch bis heute in der versumpften Wiese unter der Rasenoberfläche. Der Halfmannshof des Hauses Schuir ist erhalten und steht auf der Denkmalliste der Stadt Essen. Abseits des Burgplatzes entstand 1792 als Sommersitz der Äbte von Werden ein klassizistischer Schlossneubau. (Horst Kibbert).
Baubeschreibung:
Eine Beschreibung des mittelalterlichen Bauzustandes ist nicht möglich. Informationen bieten lediglich zwei Darstellungen auf Karten von 1788/89 sowie das Urkataster von 1821. Bei dem heute als Haus Schuir bezeichneten Anwesen handelt es sich um einen klassizistischen Neubau, der 1792 als Sommersitz für die Äbte von Werden errichtet wurde. Der klassizistische Putzbau verfügt über zwei Geschosse und die Fassade wird durch einen in der Mitte gelegenen Dreieckgiebel betont, der in das hohe Mansarddach einschneidet. (Horst Kibbert; Jens Friedhoff)
Arch-Untersuchung/Funde:
Archäologische Untersuchungen wurden hier noch nicht durchgeführt.