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Stein bei Essen

Geschichte:

Die Anfänge des Hauses Stein liegen im Dunkeln. Bei dem noch in geringen Resten erhaltenen Haus Stein bei Essen könnte es sich um den Mittelpunkt der kleinen Haarzopfer Grundherrschaft gehandelt haben. Unklar ist, ob der Name von einem "steinernen Haus" stammt, das an strategisch wichtiger Stelle nahe der Grenze der Herrschaft Broich sowie der Abteien Essen und Werden lag. Als erster Inhaber des Lehens wird 1341 der Ritter von Luttelnau, ein Gefolgsmann der Abtei Werden, aufgeführt. Im Besitz dieser Familie verblieb Haus Stein bis 1423. Es folgt Wilhelm von Ulenbrock, der den Besitz auf dem Heiratsweg erlangt hat. 1483 erwirbt Hinrich von Hoven zu Overhuis Haus Stein. Unter Dietrich von dem Hove wurden die zu dem Rittersitz gehörenden Güter 1571 vermessen und die Gebäude erneuert. 1615 fiel Haus Stein an die Familie von Lipperheide. Caspar von Lipperheide ließ den Adelssitz 1625 umbauen. Sein Nachfolger, Dietrich von Lipperheide, erhielt die "adelich freiheit", verbunden mit der so genannten "Kleinen Jagd". 1660 ging Stein an die Familie von Altenbockum, 1655 an die von Felberg (Velberg) und schließlich 1674 an deren Gläubiger von Holling über, die das Haus 1765 an die Abtei Werden veräußerten. 1786 sind die von Hannet zu Hülhoven als Eigentümer nachweisbar und 1795/96 gelangte das Anwesen schließlich in bürgerlichen Besitz. (Jens Friedhoff; Horst Kibbert)

Bauentwicklung:

Sehr wahrscheinlich reichen die Anfänge des als Werdener Lehen anzusprechenden Adelssitzes bis ins Spätmittelalter zurück. Wesentliche bauliche Veränderungen fanden um 1550, 1625 und 1674 statt. Im 18. Jahrhundert erfolgte eine grundlegende bauliche Umgestaltung des Hauses. Zwei Flügel des Hauses werden 1828 bzw. 1832 niedergelegt, so dass lediglich der südöstliche Trakt sowie die Kellergewölbe des Mittelteils erhalten blieben. Im Jahre 1900 wurde die Raumaufteilung verändert und das steinsichtige Gebäude verputzt. (Horst Kibbert; Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die im Kern spätmittelalterliche Anlage wurde im Zuge der baulichen Aktivitäten im 18. Jahrhunder zu einer Dreiflügelanlage umgestaltet. Zwei Flügel wurden im 19. Jahrhundert niedergelegt. Der noch erhaltene rechteckige Bau hat Seitenlängen von 15,5 und 8 m und verfügt über einen ca. 5 m x 4 m großen nordwestlich vorgelagerten Keller, der 1999 archäologisch untersucht wurde. Vier große Gauben akzentuieren das Krüppelwalmdach des Wohngebäudes. Folgt man den Angaben einer 1795 abgefassten Beschreibung des Adelssitzes, so bestand Haus Stein aus einem Hauptwohnbau mit zwei neu errichteten Flügeln, einem Wassergraben mit Zugbrücke, einem großen Vorhof mit Kapelle sowie Scheunen und weiteren Ökonomiegebäuden. Die von dem Wassergraben umgebene Fläche soll 0,58 ha groß gewesen sein. Auf der so genannten Duden`schen Karte von 1582 wird Haus Stein mit einem Turm dargestellt, dessen Existenz sich möglicherweise mit dem archäolgischen Befund von 1999 in Einklang bringen lässt. (Jens Friedhoff; Horst Kibbert)

Arch-Untersuchung/Funde:

1999 fanden im Zuge von Anbaumaßnahmen und der Verlegung einer Drainage archäologische Untersuchungen auf der Wasserburg Haus Stein statt. (Jens Friedhoff)