EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Oberhausen

Geschichte:

Die Erbauer der vollständig abgegangenen Wasserburg Oberhausen sind unbekannt. Sehr wahrscheinlich wurde die Anlage von dem Stift Essen zur Sicherung der Grenzen und einer Furt angelegt. Der Name leitet sich offenbar nicht von "Aver" her, d.h. er bezieht sich auf das auf der Nordseite der Emscher gelegene Burghaus, während die dazugehörenden Ländereien am Südufer des Flusses lagen. 1220 wird ein "Henricus Dukere de Overhusa" als Inhaber des Lehens Oberhausen genannt. Unter den Dükers wurde das Haus klevisches Lehen . Die Familie Düker saß bis 1443 zu Oberhausen, ehe der Adelssitz durch Erbschaft an die Familie von der Hove fiel, die das Haus bis 1615 besaßen. Durch Gerichtsentscheid fiel das Haus an die Familie von Boenen zu Berge. Diese änderten 1770 nach einer Heirat ihren Namen in von Westerholt-Gysenberg. Die mittelalterliche Burg wurde 1791 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Heute ist die Burgstelle durch Bahndämme und Gleisanlagen überbaut. Das Haus war seit der Besitznahme der Familie von Boenen kein Herrschaftssitz mehr, sondern wurde nur noch an Halfmänner verpachtet.
Zwischen 1804 und 1814 wurde etwa 200 m nordwestlich Schloss Oberhausen durch den Münsteraner Architekten August Reinking erbaut, das der Familie von Westerholt bis zu ihrer Übersiedlung nach Arenfels bei Hönningen am Rhein 1858 als Wohnsitz diente. Nach Kriegszerstörungen wurde Schloss Oberhausen 1952-1960 wieder aufgebaut und dient heute musealen Zwecken. (Horst Kibbert; Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Haus "Averhuis" oder "Oberhaus" war eine zweiteilige Wasserburg am nördlichen Ufer der Emscher, deren bauliche Anfänge sehr wahrscheinlich bis in das erste Viertel des 13. Jhs. zurückreichen. Eine sich nach der Burg benennende Familie tritt 1220 in Erscheinung, während die Burg explizit 1240 genannt wird. Unklar ist die bauliche Entwicklung der schließlich Ende des 18. Jhs. niedergelegten Burganlage. Als Haus Oberhausen 1791 wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde, entfernte man lediglich Steine aus den Fundamenten und Brandmauern für weitere Baumaßnahmen aus der aufgegebenen Wasserburg Oberhausen.
Etwa 200 m nordwestlich der Burgstelle entstand zwischen 1804 und 1814 nach den Plänen des Architekten Reinking das neue, nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder hergestellte Schloss Oberhausen. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Von der 1791 niedergelegten und heute durch Gleisanlagen überbauten Anlage finden sich keine oberirdischen Reste mehr. Baugestalt und Grundriss sind unbekannt. In den frühneuzeitlichen Schriftquellen werden lediglich einzelne Bauteile bzw. Gebäude der Wasserburg erwähnt. Auf dem "Obersten Haus" lagen das Wohnhaus, ein Pfortenhaus mit der Zugbrücke und das Backhaus. Auf dem Niederplatz lagen Brauhaus, Scheune, und Stallungen für den landwirtschaftlichen Betrieb. (Jens Friedhoff)

Arch-Untersuchung/Funde:

Es wurden keine archäologischen Untersuchungen durchgeführt.