EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Ónod

Geschichte:

Die Burganlage ließ zwischen 1356 und 1394 der Aristokrat Péter Cudar um die Pfarrkirche des Dorfes herum errichten, eine königliche Baugenehmigung ist aber nur aus dem Jahre 1413 bekannt. Sie diente bis zum Aussterben der Familie (1470) als ihre Residenz. Anfang des 16. Jh.s. kam die Befestigung in den Besitz der Perényi-Familie, zwischen 1516 und 1519 verliefen hier nach den Rechnungsbüchern bedeutende Umbauarbeiten im Renaissance-Stil. Nach 1568 gehörte sie zum königlichen Besitz, im Jahre erwarben sie die Rákóczis als Pfand. Aus den 1660-er Jahren sind mehrere Vermessungen und Inventare über den Bau bekannt. Die Burg spielte wichtige militärische Rolle während des Bocskai-Aufstandes und der gegenhabsburgischen Heereszüge von Gábor Bethlen und György Rákóczi. In den 1680-er Jahren wurde sie von den Osmanen sowie von den königlichen Truppen, aber auch von Imre Thököly mehrmals belagert bzw. eingenommen und 1688 endgültig zerstört. Nur die Westbastion wurde zu einem Speicher im 18. Jh. umgebaut. Die Hochwasser von 1845 und 1855 haben ihre bedeutenden Teile vernichtet. Ab 1985 laufen in den Ruinen Sanierungsarbeiten, deren erste Phase 1991 mit dem Ausbau einer Bastion zum Ausstellungsbau abgeschlossen wurde.

Bauentwicklung:

Bisher ist die in den Urkunden erwähnte Kirche (sowie ein vermuteter Herrenhof) nicht zu lokalisieren, nur einige Gräber sind vom Gebiet des inneren Südostflügels bekannt. Die am Ende des 14. Jh.s. erbaute Residenz war eine regelmäßige, 40x40 m große Anlage mit Binnenhof und mit je einem Palastflügel an der Nord- und Südostseite. Ihre Details sind nicht bekannt, da Imre Perényi nach 1516 die meisten früheren Bauten abreißen und neue Gebäude, darunter einen unterkellerten Nordwestflügel und ein Torgebäude im Südosten errichten ließ. Die Bauzeit des mit vier Fünfeckbastionen versehenen neuen Befestigungsgürtels ist nur anhand von anderen Bauten der Perényi-Familie in die Zeit um 1540 zu setzen. Mitte des 17. Jh.s. wurden die Bastionen umgebaut, eingewölbt, erhöht bzw. im Inneren aufgeschüttet. Auch durch Aufschüttung entstand hinter der Südwestmauer ein Kanonenplattform. Beim Umbau der Nordbastion verwendete man Spolien des in der Nähe liegenden Paulinerklosters. Die letzte Bauperiode stellt der Umbau der Westbastion zum Getreidespeicher dar.

Baubeschreibung:

Am Siedlungsrand, direkt am Sajó-Ufer befinden sich die Ruinen der typischen Tieflandsburg, deren mittelteriche Teile aber nur in Form von 1-2 m hohen, konservierten Mauerresten innerhalb des bastionierten Festungsquadrats aufzufinden sind. Bisher sind mehr als zehn Räumlichkeiten aufgedeckt, der Keller des ehemaligen Nordwestflügels ist mit Schutzdach versehen. Die vier Eckbastionen und die Kurtinen zwischen ihnen stehen in einer Höhe von 4-8 m. Die Ostbastion ist ergänzt und mit Dach versehen, die offene Süd- bzw. die zum Teil zerstörte Nordbastei sind offene Ruinen, die Westbastei zeigt noch bedeutende Mauerteile des 18. Jhs. auf.

Arch-Untersuchung/Funde:

Die archäologische Erschließung der Burg begann unter der Leitung von László Révész im Jahre 1985 und wird auch noch heute durch Gábor Tomka fortgesetzt. Bisher wurde etwa ž des Burgareals freigelegt. Unter den Funden ist besonders die Kachelkeramik erwähnenswert, aber auch die frühneuzeitliche Küchen- und Tafelkeramik ist auch schon aufgearbeitet.