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Oberg bei Lahstedt

Geschichte:

Seit dem Ende des 12. Jh. ist ein Niederadelsgeschlecht, welches sich nach Oberg benannte, bekannt. Überliefert sind 1189 "Johannes de Obergen, Bernadus de Obergen", 1191 "Dideric Oberch, fillius Bernardi" und 1200 "Eylardus de Oberghe"; letzterer war auch ein bekannter Minnesänger. Das Geschlecht von Oberg gelangte zu so viel Einfluss, dass es in den Jahren 1557-73 den Bischof von Hildesheim stellte. Der ältere Burgsitz wurde 1306 durch Herzog Otto II. von Braunschweig-Lüneburg in der Fehde gegen Bischof Siegfried II. von Hildesheim zerstört.
Wann die Burg wieder aufgebaut wurde, ist unbekannt. Sie wird erst wieder erwähnt, als sie 1392 durch die Gebrüder von Oberg an Bischof Gerhard von Hildesheim verkauft wurde. Dieser ließ sie mit deren Erlaubnis abbrechen. Die Herren von Oberg gelobten, nach Abriss der Burg durch den Bischof von Hildesheim nie wieder ein solches Gebäude - weder eine Burg, noch eine Feste - zu errichten. Sie haben sich aber nicht daran gehalten, wie ältere Bausubstanz im heutigen Schloss bezeugt. Die folgende Geschichte der Obergs liegt weitgehend im Dunkeln, da das Familienarchiv noch nicht ausgewertet ist. Das jetzige Gut blieb in ihrem Besitz bis zu ihrem Aussterben in männlicher Linie 1835.
Darauf ging der Besitz 1852 zuerst im Erbgang an den Schwiegersohn des letzten Grafen, Hermann Marbod von Kalm. Dieser erbaute den heutigen Herrensitz, musste ihn aber wegen finanzieller Probleme 1878/79 an den Freiherren von Uslar verkaufen. Danach wechselten die Besitzer des Gutes häufiger. (Sandy Bieler)

Bauentwicklung:

In einem beinahe quadratisch angelegten Wassergraben steht das heutige Schloss bzw. Gutsgebäude von 1855. Von der früheren Anlage sind keine sicheren Zeugnisse überliefert. Möglicherweise geht der Schlossgraben auf die erste Phase der Burg zurück. Blendquader in dessen Uferbefestigung könnten aus dem 15. Jh. stammen. Ähnlich alt dürfte auch das Kreuzgratgewölbe im Schlosskeller sein. (Sandy Bieler)

Baubeschreibung:

Das Aussehen der 1306 zerstörten Burg ist nicht überliefert. In der Hildesheimer Bischofschronik wird lediglich ein Turm erwähnt. Dies könnte bedeuten, dass es sich um eine Turmburg oder nur um einen Turm auf einem Hof handelte.
Im hinteren Bereich des heutigen Hofes liegt das Herrenhaus bzw. Schloss Oberg auf einer 55 x 45 m großen Insel. Diese ist von einem fast quadratischem Graben mit 10 m Breite umgeben, der von einer Quelle gespeist wird. In der Grabenböschung erkennt man Fundamente, die aus dem 15. Jh. stammen sollen.
Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1855. Zweistöckig aufragend und massiv verputzt ist das Gebäude mit einem sandsteingedeckten Satteldach versehen.
Im Keller des Gebäudes ist in der Südostecke noch ein Kreuzgratgewölbe auf zwei Mittelpfeilern vorhanden. In der Nordostecke befindet sich ein wohl barockes Tonnengewölbe.
Zur Anlage Oberg gehört ein großer Wirtschaftshof mit Häusern aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. Es ist nicht sicher, ob die Ausdehnung des Hofes auf eine ehemalige Vorburg zurück geht. (S. Bieler)

Arch-Untersuchung/Funde:

Es wurden Begehungen des Besitzes durchgeführt.