EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Meyenburg

Geschichte:

Die Entstehung der Meyenburg ist nicht geklärt. Sie könnte auf Eigeninitiative der Herren von Wersebe oder als Burg der Stadt Bremen errichtet worden sein. In letzterem Fall gehört sie in den Kontext einer Fehde, die um 1300 zwischen der Stadt Bremen und der Ritterschaft des Erzstiftes Bremen ausbrach. Die Stadt schloss ein Bündnis gegen die Ritter, dem u. a. die Grafen von Oldenburg, Delmenhorst, Stotel und Hoya sowie die Herren von Wersebe angehörten. Die Verbündeten beschlossen die Errichtung einer Burg "in loco Kleygemberg", welche die Stiftsritter nördlich der Lesum in Schach halten sollte. Diese Burg wird z. T. mit der Meyenburg identifiziert, z. T. aber auch anderer Stelle lokalisiert. Da Lüder von Wersebe mit 60 gepanzerten Reitern das größte Kontingent stellte, sollte er die in der Zeit zwischen 1306 und 1309 errichtete Burg übernehmen.
Nach Merker handelte es sich hingegen um eine kurz vor 1375 errichtete Eigenbefestigung der Familie von Wersebe. Dafür spricht auch, dass sich erst um 1390 ein Zweig der Familie von Wersebe nach der Meyenburg benannte. Um 1430 wurde die Burg in einer Fehde zerstört, wobei die näheren Umstände nicht bekannt sind. 1433 aber verpflichteten sich Hinrich, Hermann und Allverich von Wersebe die Meyenburg wieder aufzubauen und sie der Stadt Bremen stets offen zu halten. 1504 schließlich erbaute die Familie ein Herrenhaus als langgestreckten, zweigeschossigen Backsteinbau auf den Fundamenten der alten Burg. Das Gut ist noch heute in Familienbesitz der Wersebes. (F. Both)

Bauentwicklung:

Die Burg war einst eine von zwei Wassergräben geschützte Anlage. Anfang des 16. Jhs. errichtete man auf den Fundamenten ein Herrenhaus als langgestreckten, zweigeschossigen Backsteinbau mit schmalem Seitenflügel. Im 18. Jh. wurde durch den Bau eines Fachwerkflügels die Anlage zum regelmäßigen Dreiflügelbau. (F. Both)

Baubeschreibung:

Die ehemalige Burg ist im Moor auf einem Pfahlrost angelegt worden, der wiederum ein Findlingsfundament trug. Die Hauptburg war von einem Wassergraben umgeben, ein weiterer umschloss zusätzlich noch die Vorburg. Der äußere Graben ist an der Nord- und Ostseite noch erhalten. Der Zugang erfolgte von Süden über einen Damm mit Vorbefestigungen, der 1427 bereits besiedelt war. (F. Both)

Arch-Untersuchung/Funde:

1969 wurden aus dem Burggraben verschiedene Eisengegenstände geborgen, darunter eine Lanzenspitze und ein ins 13. Jh. datierendes Schwert sowie Kanonenkugeln. (F. Both)