Geschichte:
Die Burg Stotel wird erstmals zum Jahre 1213 oder 1214 erwähnt, als die Stedinger die Burg zerstörten (1214 nach Albert von Stade [Albert von Stade MGH SS XVI S. 356], 1213 nach der Bremer Chronik des 14./15. Jh. Jh.).
Aufgrund einer weitertradierten Behauptung von Renner (I. S. 183a) um 1583, dass die von den Stedingern zerstörte Burg Stotel an der Mündung der Lune in die Weser gelegen habe und nach ihrer Zerstörung landeinwärts neu errichtet worden sei, nahm man hinfort an, dass neben der bekannten Grafenburg in Stotel (siehe Stotel, Burg 2) eine ältere Burg an der Lunemündung existiert habe. Die jüngere Burgstelle wird seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts mit einer Burgstelle (siehe Stotel Burg 2) beim Amtshaus identifiziert.
Im Jahr 2014 wurde neben der angenommenen jüngeren Burgstelle eine weitere Burganlage etwa 600 m nordwestlich ausgegraben (Stotel Burg 1). Diese wird von Teilen der Forschung (B. U. Hucker) mit der älteren Burg Stotel, die von den Stedingern zerstört wurde, identifiziert; aufgrund der Dendrodaten kann aber von einem Wiederaufbau und einer längeren Nutzung ausgegangen werden. Allerdings ist die Datierung und Funktion der beiden Stoteler Burgen noch nicht ausreichend geklärt, um letztendlich zu klären, wie das zeitliche Verhältnis zwischen den beiden Burgen ist und ob es nicht doch eine dritte, luneabwärts gelegene und 1213 zerstörte Burg gibt (M.-D. Schön).
Der erste Adelige, der sich nach Stotel nannte, war der Edelherr Gevehard de Stotle (1171-1202). Ob es eine ältere, urkundlich nie mit der Herkunftsbezeichnung genannte Dynastie gab, ist umstritten. Es gab nur vier amtierende Grafen zu Stotel bis diese 1350 ausstarben.
(M. Jansen)
Bauentwicklung:
Siehe Objektbeschreibung.
(M. Jansen)
Baubeschreibung:
Die Anlage liegt an einer alten Luneschleife. Sie besteht aus einer 1,60 m starken Ringmauer aus Feldsteinen mit einem Außendurchmesser von etwa 36 m. Die Mauer war noch bis zu einer Höhe von ca. 1,70 m erhalten. Der Zugang lag im Süden. Er erfolgte durch einen rechteckigen Baukörper von 8 m Breite und 9 m Länge, der aufgrund seiner starken Fundamentierung als Torturm angesprochen wird. Der Durchgang weist eine Breite von 1,90 m auf. Neben Feldsteinen sind hier auch Backsteine, insbesondere in der repräsentativen Vorderfront verbaut worden. Im Innenraum ließen sich ein Schwellbalkenbau in den Ausmaßen 11 x 5 m sowie Hinweise auf weitere Ständerbauten dokumentieren. Zwölf gewonnene Dendrodaten verweisen nach jetzigem Kenntnisstand auf eine einheitliche Bauphase von 1210 +/- 10 bis 1245 +/-10. Ein wohl sekundär verwendetes Holz datiert um/nach 1161.
Aufgrund von fehlendem Bauschutt oder Brandschichten wird von einer planmäßigen Niederlegung der Burg und der sekundären Verwendung ihres Baumaterials ausgegangen.
(M. Jansen)
Arch-Untersuchung/Funde:
2013/14: Ausgrabung der Archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Cuxhaven.