EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Dachenstein

Geschichte:

Erstmals erwähnt wurde der Name Tachenstein - »Tahe« heißt mittelhochdeutsch Dohle - etwa 1189 im Zusammenhang mit einem Güterkauf: Als Zeuge wird ein »Fridericus de Tahenstein« genannt, der dem edelfreien Geschlecht der Herren von Prunn angehörte und sich vor allem »Friedrich von Wolfertshofen« nannte. Etwa vier Jahre zuvor, um 1185, war das Burggrafengeschlecht von Regensburg ausgestorben, woraufhin jener Friedrich von Wolfertshofen bzw. Tachenstein auf einem durch Erbteilung in seinen Besitz gekommenen Stück Land von etwa 1170 bis 1180 die Burg Tachenstein errichtete. 1189, bei Entstehung des eingangs erwähnten Schriftstücks, dürfte Tachenstein größtenteils vollendet gewesen sein, denn in der Zeugenliste werden auch Burgleute der Burg Tachenstein geführt. Der erwähnte Friedrich taucht noch zwei Mal in Dokumenten auf.
Die nächste Erwähnung findet die Burg Tachenstein erst im Jahre 1329 mit dem Teilungsvertrag von Pavia. Inzwischen ist sie an den bayerischen Herzog übergangen, vermutlich weil Friedrich von Wolfertshofen bzw. Tachenstein und sein Bruder kinderlos blieben. Mit dem Teilungsvertrag fällt »Tahenstein die purch« an Kaiser Ludwig den Bayern. 1358 ist Friedrich der Hiltprant von Tachenstein Burgsasse. Wenig später kommt die Burg an Albrecht den Wolfsteiner und Hilpolt von Stein (nach Mader/Hofmann), nach Auer in die Hände von Hilpolt den Älteren und Hilpolt den Jüngeren von Stein. 1367, nach Auer möglicherweise auch 1368, erfolgt die Auslösung durch Herzog Stefan III. von Wittelsbach, 1373 erhält der Ritter Jörg Auer die Anlagen Riedenburg, Tachenstein und Rabenfels von den Herzögen Stefan III., Stefan II. der Ältere, Friedrich und Johann. Auer nennt Urkunden aus den Jahren 1380 und 1382, in denen Albrecht der Hertenberger, gesessen auf dem Tachenstein, als Bürge auftritt. 1384 wird Tachenstein zusammen mit Feste und Markt Riedenburg sowie der Burg Rabenstein an die Grafen von Abensberg verpfändet. Der Vertrag wird 1388 erneuert, wobei die Herzöge sich vorbehalten, in der Festung bei Bedarf Truppen zu stationieren, und 1399 von allen bayerischen Herzögen bestätigt. Bei der Bayerischen Landesteilung von 1392 wird Tachenstein Herzog Johann II. und damit dem Herzogtum Bayern-München zugesprochen. 1424 wird Tachenstein und die Rosenburg von den Grafen von Abensberg ausgelöst, nachdem die bayerischen Herzöge wegen dieser Besitzungen fast Krieg mit Jobst von Abenberg geführt hätten. Schon zwei Tage später verpfänden die Herzöge Ernst und Wilhelm die Grafschaft Riedenburg mit dem Tachenstein an Erhard Muggenthaler als Gegenleistung für 2000 Gulden, die dieser ihnen geliehen hatte. 1445 folgt ihm Michael Walrab, dem u. a. Tachenstein auf Lebenszeit unter Vorbehalt einer Öffnung verpfändet wird. Im Kriegsfall verpflichtet ein solcher Öffnungsvertrag zur Aufnahme fremder Besatzung.
Seit Mitte des 15. Jahrhunderts werden Burg und Amt Riedenburg vom Besitz Tachensteins geschieden. 1453 übergibt Herzog Albrecht Tachenstein an Leonhard Seetaler und seinen Erben unter Vorbehalt der Öffnung. Leonhard Seetaler wird in einem die Übergabe erneuernden Vertrag von 1479 verpflichtet, in den nächsten sechs Jahren 200 Gulden des Herzogs für Bautätigkeiten an Tachenstein einzusetzen. Herzog Wilhelm IV. löst 1545 die Burg mit der Zahlung von 600 Gulden von den Erben Leonhard Seetalers aus, um seinen Kanzler Leonhard von Eck mit ihr zu belehnen. Dessen Erbe Hans Walther von Eck nennt sich 1584 zu Eggersberg und Tachenstein. Doch schon Philipp Apian, der 1554 bis 1563 Bayern vermaß, nennt Tachenstein als aus Alter recht verfallene Burg. Herzog Maximilian verkauft 1613 die inzwischen fast abgegangene Burg an den Geheimen Rat Wilhelm Jocher. 1683 kauft Johann Dominikus Bassus von und zu Sandersdorf, Mendorf und Eggersberg unter anderem Tachenstein für 13 000 Gulden. In seinem Testament aus dem Jahr 1703 vermacht er die Hofmark Eggersberg mit Tachenstein und Harlanden seinen Erben. (C. Forcht)

Bauentwicklung:

Laut Dehio sowie Mader/Hofmann stammt die Anlage aus dem frühen 13. Jahrhundert. Nach Liedke ist die bauliche Ausformung größtenteils dem 14. Jahrhundert zuzurechnen. Der Einbau eines Torzwingers erfolgte im 15. Jahrhundert.
In den 1890er Jahren wurde bei einer ausgiebigen Restaurierung das heutige Bild der Burg geprägt. Gänzlich neu wurde das Gewände des Eingangs in den Burghof aufgemauert, ebenso die Treppe und die südöstliche Ecke des Berings sowie die dem Halsgraben zugewandte Schale des Bergfrieds, die eingefallen oder zerstört worden war. Sie wurde in Bruchsteinen wiedererrichtet. (C. Forcht)

Baubeschreibung:

Ein mit 15 m recht breiter und zudem tiefer Halsgraben trennt das Areal der Burg, das in der Diagonale etwa 50 m misst, vom Bergmassiv. Der unregelmäßige viereckige Grundriss des Burghofs reagiert auf die Geländeverhältnisse.
Der Bergfried steht links des Eingangs in den Burghof und damit in der Mitte der Angriffsfront. Er wurde auf einem quadratischen Grundriss mit 7 bis 7,5 m Seitenlänge errichtet und hat noch eine Höhe von bis zu 15 m. Die Mauerstärke beträgt 2 m. Der rundbogig überfangene Eingang befindet sich auf der Südseite in etwa 6,5 m Höhe. Das größtenteils aus Buckelquadern mit Randschlag bestehende Quadermauerwerk weist stark variierende Lagenhöhen auf. Im unteren Drittel des Turmes ist das Steinformat tendenziell größer.
Südöstlich des Bergfrieds befand sich ein Gebäude, von dessen nördlicher und östlicher Mauer Teile noch etwa 1,5 m hoch anstehen. Die nördliche Wand weist ein kleines rechteckiges Fenster auf. An der südöstlichen Ecke des Bergrückens befand sich ein weiteres Gebäude, das noch bis zu 6 m hoch aufragt. Hier traf ein Mauerring auf, der außerdem den Markt Riedenburg und zwei weitere nahe gelegene Burgen, Rosenburg und Rabenfels, miteinander verband. Teile dieser Mauer stehen noch.
Vom nur 0,9 m breiten Bering der Burg, ebenfalls teilweise aus Buckelquadern errichtet, sind noch Abschnitte erhalten. Im Westen ist er zu einer Art Schildmauer auf 1,5 m Breite verstärkt. Im Süden ist ein Abschnitt bis auf das Niveau des Burghofs erhalten. Der Abschnitt, der östlich an den Bergfried anschließt, ist noch durchschnittlich 1,5 m hoch. In ihn wurde ein Torzwinger integriert. Zum Bergmassiv hin ist eine dem Mauerzug gleichlaufende Treppe erhalten, mit der man den Wehrgang ersteigen konnte. (C. Forcht)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine.