EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Adelburg

Geschichte:

Die Adelburg wurde um 1180 durch Engilhard von Adelburg, ein Ministeriale der Markgrafen von Cham und Voburg (in anderen Quellen Ministeriale der Bamberger und Eichstätter Bischöfe) als Stammsitz für seine Familie gegründet. Engilhard von Adelburg war vermutlich Vater oder Großvater des gleichnamigen, im Codex Manesse abgebildeten Minnesängers. 1246 verlieren die Adelburger die Burg an Gegenkönig Heinrich Raspe, der in diesem Jahr das freie Belehnungsrecht innehat. Später befindet sich die Burg im Besitz der Hohenstaufen und geht mit dem Tod Konradins von Hohenstaufen 1269 an Heinrich XIII. von Wittelsbach (Herzog Heinrich I. von Niederbayern) über. Im 14. Jahrhundert erfolgen verschiedene Besitzerwechsel durch Verpfändung, so zu Beginn desselben Jahrhunderts an die Paulsdorfer, später an die Sinzenhofer, seit 1342 an die Auer und schließlich 1353 an Böhmen. 1373 versetzt Kaiser Karl IV. die Burg für 2400 Schock große Prager Pfennige an die Herzöge Otto, Stephan, Friedrich und Johann von Oberbayern, welche zunächst den Regensburger Bürger Wilhelm Rantinger mit dem Besitz belehnen. 1399 sind die Mendorfer als Pfandinhaber bezeugt, verlieren die Burg aber 1413, als sie durch die Münchener Herzöge Ernst und Wilhelm III. mit Unterstützung Heinrichs von Landshut im Erbfolgekrieg eingenommen wird. Von da an bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts ist Adelburg zunächst Sitz eines bayerischen Pflegers und wird schließlich an die Parsberger verpfändet. 1485 löst Herzog Albrecht IV. den Pfand wieder ein. Durch den Kölner Spruch 1505 gelangt die „zerbrochene alte Burg“ an Pfalz-Neuburg und wird 1507 an Georg Wispeck verlehnt. Angeblich erfolgt 1551 eine nochmalige Eroberung und Zerstörung. Nach dem Aussterben der Wispecker 1574 fällt die nun vollständig in Ruinen liegende Burg an den Landesherren zurück, wird jedoch erst zehn Jahre später durch einen Spruch des Reichskammergerichts an das Herzogtum zurückgebracht.

Bauentwicklung:

Die Errichtung der Burg erfolgte vermutlich zum Ende des 12. Jahrhunderts unter Engilhard von Adelburg. Dafür sollen auch die noch sichtbaren Reste des Mauerwerks sprechen. Weitere Baudaten sind kaum bekannt. 1399 investierte Hilpolt der Mendorfer 100 ungarische Goldgulden in den Ausbau der Anlage, die vermutlich bei ihrer Eroberung im Erbfolgekrieg 1413 Beschädigungen erlitt und zu Beginn des 16. Jahrhunderts als "zerbrochene alte Burg" bezeichnet wird. Spätestens seit 1584 bleibt die Burg in ruinösem Zustand. 1755 werden zahlreiche Quader der Verblendschalen der Burgmauern für den Bau der Maria-Hilfkirche in Batzhausen wiederverwendet.

Baubeschreibung:

Die Ruinen der Adelburg erstrecken sich über einen langgezogenen Berggipfel. Von der Außenmauer der vermutlich als Randhausanlage einzustufenden Burg haben sich stellenweise bis zu fünf Meter hohe Reste erhalten. Im Südwesten ragt aus dem Bering ein rechteckiger Raum hervor, bei dem es sich aufgrund einer im Inneren anzutreffenden Nische wohl um den Chor der ehemaligen Burgkapelle handelt. Vom mehrschaligen Mauerwerk mit einer Stärke von etwa 1,45 Metern ist im Wesentlichen nur die Füllung erhalten, die Verblendschalen größtenteils ausgeraubt oder abgefallen. Stellenweise lassen sich hier noch kleine, grob zugerichtete Quader zusammen mit Bruchsteinen beobachten. Der Bergfried lag vermutlich im Nordosten innerhalb des Berings in der Nähe des heutigen Zugangs an der Stelle, an der sich heute ein Schutthügel erhebt. Vermutlich stammen die zum Bau der Mariahilfkirche in Batzhausen wiederverwendeten Buckelquader von diesem Bergfried. Ferner sind noch ein teilweise in den Felsen geschroteter Graben sowie eine Pferdeschwemme sichtbar.