Geschichte:
Die Anfänge der Burg Rauschenberg reichen mit ziemlicher Sicherheit in die Zeit um 1200 zurück. Unklar ist, ob die Burg als Rechtsnachfolgerin der Hunburg bei Borgholz anzusprechen ist. Als Initiatoren der Burggründung gelten die Grafen von Ziegenhain. Im Vorfeld der Höhenburg entwickelte sich eine Siedlung, die um 1260 durch einen Brand zerstört und 1266 wiederaufgebaut wurde. Bereits für die Mitte des 13. Jahrhunderts lässt sich eine Münzstätte der Grafen von Ziegenhain nachweisen. Von einem Schultheiß ist erstmals 1252 die Rede. Burg und Stadt Ziegenhain waren fuldisches Lehen der Grafen von Ziegenhain, das nach dem Erlöschen der Dynastenfamilie an die Landgrafen von Hessen gelangte. Im 14. und 15. Jahrhundert vergaben die Grafen von Ziegenhain die Burg mehrfach als Witwensitz. Auch nach dem Übergang an Hessen wurde die Burg gelegentlich von den neuen Landesherren aufgesucht. Auf Burg Rauschenberg verstarben 1478 Landgraf Ludwig III. und 1500 sein Bruder, Landgraf Wilhelm III. Im Dreißigjährigen Krieg eroberten 1638 die Schweden Rauschenberg. Wenige Jahre später, 1646 wurde die Burg durch niederhessische Truppen zerstört und bleibt in der Folgezeit Ruine. Im Zuge der Umgestaltung des Schlossbergs zu einem Garten wurden 1830 Teile der gut erhaltenen Ruine abgebrochen. (Jens Friedhoff)
Bauentwicklung:
Die bauliche Entwicklung der noch als Ruine imposanten Burg Rauschenberg ist bislang erst unzureichend untersucht worden. Der Gründungsanlage des Hochmittelalters (um 1200) gehören sehr wahrscheinlich Teile der Ringmauer sowie das Wall-Grabensystem an. Die Ruine des dreigeschossigen Hauptgebäudes weist noch bemerkenswerte Gewölbereste auf, die stilistisch den Gewölbekonstruktionen des Marburger Landgrafenschlosses zuzuordnen sind. Aufgrund der frühgotischen Formensprache der Baudetails ist von einer Entstehung des Gebäudes um 1250 auszugehen. Unklar ist die Datierung der Zwingermauer, die das ovale Gelände der Hauptburg umgibt. 1646 wurde die Burg zerstört. Weitere Substanzverluste erlitt die Anlage um 1830. (Jens Friedhoff)
Baubeschreibung:
Burg Rauschenberg nimmt die Spitze eines über der Wohraniederung aufragenden Bergsporns ein. In Hanglage schließt sich unterhalb der Burg die mittelalterliche Stadt Rauschenberg an. Der Geländetopographie folgend wurde die Burg um 1200 über einem ovalen Gesamtgrundriss aufgeführt. Das Plateau der Hauptburg wird durch ein noch deutlich erkennbares Wall-Graben-System geschützt. Erhalten blieben Reste der Zwingeranlage mit den Fundamenten eines halbrunden Schalenturms, Teile der Ringmauer, der Schutthügel des runden Bergfrieds sowie Teile der Außenmauern des sich an die Ringmauer anlehnenden Wohnbaus. Es handelt sich um einen rechteckigen Wohnbau, der drei Geschosse aufwies. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die noch teilweise erhaltenen, frühgotischen Gewölbe des Gebäudes, die Parallelen zu den Bauformen des Marburger Landgrafenschlosses aufweisen. (Jens Friedhoff)
Arch-Untersuchung/Funde:
Im Kontext von Sanierungsarbeiten wurde umfangreiches Fundgut geborgen. Hierzu zählten u. a. zahlreiche spätgotische und renaissancezeitliche Ofenkacheln. (Jens Friedhoff)