Geschichte:
Die 3 km nordwestlich von Warzenbach auf einem in Richtung Nordosten vorspringenden Bergsporn der Wollenberge über dem Aubachtal gelegene Burg Hollende ist für das Jahr 1073 zuerst urkundlich erwähnt. Damals wurden in ihr (in castello ipsius gisonis Hollenden) offenbar der im nördlichen Hessen sehr einflussreiche Graf Giso (aus dem im 11. und frühen 12. Jh. bedeutenden Adelsgeschlecht der Gisonen) sowie Adalbert von Schaumburg und dessen vier Söhne von Otto von Nordheim und dessen Leuten erschlagen. Die Getöteten waren Verbündete König Heinrichs IV., Otto von Nordheim hingegen ein Gegner des Königs. Der Ort der Mordtat soll, so die lokale Überlieferung. der Wohnturm gewesen sein.
1118, in der Zeit der Konflikte zwischen König Heinrich V. und dem Mainzer Erzbischof Adalbert I. trug Graf Giso IV. die bislang vom Reich zu Lehen genommene Burg Hollende dem Erzbischof zu Lehen auf. Nach des Grafen Tod 1122 fiel diese dann als erledigtes Lehen an das Erzstift Mainz. Zerstört wurde die Burg 1248 unter der Herzogin Sophie von Brabant während der Kämpfe zwischen Hessen und dem Erzbistum Mainz.
Das nahe der Burg Hollende gelegene Dorf Hollende bzw. Hohenlinden (1362: Hollinden) war vermutlich bereits im 15. Jh. wüst. 1362 hatte das Erzstift Mainz als Nachfolger des Burgmannes Knibe von Mellnau den Adeligen Hermann von Falkenberg mit dem Dorf und dem Zehnten zu Hollende belehnt und 1485 hatte das Erzstift Anspruch auf das Dorf Hollende als heimgefallenes Lehen der von Hatzfeldt erhoben.
(Michael Losse)
Bauentwicklung:
Zwar liegen einige Keramikscherbenfunde aus der Burg Hollende vor, die wohl von Tongefäßen aus dem 10. Jh. stammen, doch wird in der neueren Forschung eine Datierung des Wohnturmes ins 11. Jh. für wahrscheinlich gehalten. Auch die Ringmauer könnte der salischen Zeit entstammen. 1073 soll die Burg erobert worden sein und 1248 wurde sie offenbar unter Herzogin Sophie von Brabant während der Kämpfe zwischen Hessen und dem Erzbistum Mainz zerstört. Aufgegeben wurde die Burg wohl im 14./15. Jh.
(Michael Losse)
Baubeschreibung:
Am Rande des Aubachtales stand die Burg Hollende unweit nordwestlich des Dorfes Hollende bzw. Hohenlinden. Das fast 40 m lange und bis zu 20 m breite, etwa birnenförmige Plateau der Spornburg sicherte rundum ein breiter Ringgraben. Auf dem Plateau sind die 2,5 m starken Mauerfundamente eines annähernd quadratischen Wohnturmes (ca. 9,4 x 9,4 m Außenmaße) erhalten, umgeben von einer Ringmauer von vermutlich abgerundet rechteckigem Verlauf (ca. 28 x 22 m), deren Reste sich an der Nordwest- und der Südostseite fanden. Über die neben dem Wohnturm bestehende Innenbebauung des nur 0,05 ha großen Burgberings gibt es bislang kaum Erkenntnisse, ebensowenig über spätere bauliche Veränderungen.
(Michael Losse)