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Gießen, Altes Schloss

Geschichte:

Die Stadt Gießen wurde 1264/65 durch die hessischen Landgrafen erworben. Wohl zu Beginn des 14. Jhs. erbauten sie im Zuge der Anlage der Stadtbefestigung das 1364 erstmals erwähnte Alte Schloss. Zu Beginn des 16. Jhs. diente es zunächst als Witwensitz der Mutter des Landgrafen Philipps des Großmütigen. 1518 nutzte Philipp selbst es als seine Residenz, dies wiederholte sich unter Georg II. von Hessen-Darmstadt für 14 Jahre während des Dreißigjährigen Kriegs. Als Hauptresidenz diente damals aber schon das 1538 nördlich des Geländes errichtete "Neue Schloss". Im Jahr 1604 zog die fürstliche Kanzlei der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt in das Schloss ein. Im 19. Jh. folgten das Hofgericht und die Provinzialregierung Oberhessens. Nachdem das Großherzogtum Abrisspläne hegte, übernahm 1893 die Stadt Gießen das Schloss. Heute befindet sich hier ein Teil des Oberhessischen Museums. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Zum Gründungsbestand der Burg gehörten neben dem Bergfried der Palas im Norden sowie der Südtrakt. Wann der Verbindungsbau zwischen ihnen entstand, ist unbekannt.
Das Schloss wurde zwischen 1893 und 1905 im Stil der Neorenaissance umgebaut. Die dortigen Wohnräume des Großherzogs Ernst Ludwig wurden durch den Architekten Josef Maria Olbrich im Jugendstil ausgestattet. 1944 wurde das Schloss in einem Bombenangriff zerstört. Die Ruine wurde 1976 abgerissen und annähernd in der seit 1905 bestehenden Form wieder aufgebaut. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg lag in einer Gabelung der Wieseck, die dadurch auf zwei Seiten natürlichen Schutz bot. Die anderen beiden Seiten wurden von Wassergräben abgesichert, so dass sich eine ähnliche Insellage wie bei der Burg der Grafen von Gleiberg ergab.
Die spätmittelalterliche Burganlage besaß einen unregelmäßig fünfeckigen Grundriss. Der Norden wurde vom Palas eingenommen, der Süden von einem Stall- und Wohnbau. Verbunden waren sie durch einen Trakt im Osten. Im Osten war der Bergfried der Mauer vorgebaut, neben dem sich das Haupttor befand. Der Südtrakt besaß vor 1900 noch einen Anbau im Osten, der über die Burgfläche hinausragte.
Unter den Resten der Burg sticht der "Heidenturm" genannte Bergfried hervor. Im 14. Jh. erbaut, endete er ursprünglich mit einem Wehrgang und einer Kuppel im vierten Stock. Im 16. Jh. ist die Kuppel durch ein zusätzliches Fachwerkgeschoss mit Welscher Haube ersetzt worden. Das einzige andere Relikt der ursprünglichen Anlage ist das innere Burgtor. Die Wassergräben wurden trockengelegt und teilweise verfüllt. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine