Geschichte:
Die Burg wurde nach 1122 durch Hermann von Winzenburg errichtet, der sie 1151 dem Erzbischof von Mainz übertrug und als Lehen zurückerhielt. Nach seiner Ermordung 1152 fiel die Burg an das Erzstift, das die Edelherren von Eberschütz mit ihr belehnte. Ab 1170 nannten diese sich "von Schöneberg". Mitbesitzer waren bis 1273 die Grafen von Dassel. Den von Schöneberg gehörte die Burg bis 1303, als sie die Burg gewaltsam an das Bistum Paderborn verloren. Die zu Hilfe gerufenen Landgrafen von Hessen gewannen die Burg für sich und verkauften sie spätestens 1312 an Herzog Albrecht II. von Braunschweig-Lüneburg. 1318 erwarb das Erzbistum Mainz die Burg zur Hälfte und gliederte sie in das Amt Hofgeismar ein. Zwischen 1421 und 1462 gehörte die Burg dann vollständig dem Erzbistum. In der Mainzer Stiftsfehde zwischen Diether von Isenburg und Adolf von Nassau um den Mainzer Erzbischofsstuhl wurde die Burg 1462 durch hessische Truppen eingenommen. Die Burg blieb als Amtssitz in hessischen Händen und war bis 1567 noch bewohnt. 1583 wird die Burg zur Gewinnung von Baumaterial für den Ausbau der Sababurg abgebrochen. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Da die historischen Quellen keine Details zur Baugeschichte nennen und bisher auch keine archäologischen Untersuchungen stattgefunden haben, können keine Angaben zur Bauentwicklung gemacht werden. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Die Burg liegt auf einem isolierten, steilen Basaltkegel oberhalb des Essetales. Das Burgareal wird durch einen Graben mit Wall umschlossen.
Im 19. Jh. waren noch ein Brunnen und geringe Mauerreste erhalten. Der Brunnen ist in der Zwischenzeit wiederaufgemauert worden. Der Eingang zur durch eine Ringmauer umgebenen Hauptburg befand sich im Westen. Ein zentraler Schuttkegel markiert wahrscheinlich den Standort des Bergfrieds, 1836 deutete ein kreisförmiges Fundament noch seinen genauen Standort an. Damals stand zudem im Süden der Burgfläche noch ein kleines Mauerstück aufrecht und waren die Eingänge zu zwei Kellern sichtbar. Nordöstlich an die Hauptburg schließt sich eine zungenförmige Vorburg an, die ebenfalls vollständig durch Wall und Graben umgeben ist. Eine Karte des 19. Jhs. zeigt bastionäre Vorsprünge an der Hauptburg; dies kann im Gelände nicht mehr nachvollzogen werden.
Auf einem heute durch einen Steinbruch zerstörten Nebengipfel im Westen soll sich noch im 19. Jh. ein Friedhof befunden haben. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Lesefunde von Keramik des 13./14. Jhs.
Illegale Detektorfunde des 13.-15. Jhs., darunter zahlreiche Geschossspitzen, die vermutlich von der Belagerung 1462 herrühren.